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Frohnwies 1957

Vor rund 15.000 Jahren hat der Gletscher während
der letzten Eiszeit die Alpen von Süd nach Nord
überströmt. Mit ihrem Rückzug haben die Eis-
massen das Saalachtal mit seinen Seitentälern
und den einmündenden Quellnebenbächen hinter-
lassen. Hochtäler, Klammen, Wildbäche und Berg-
gipfel bis über zweitausend Meter (zusammen mit
dem Saalachtal als Trogtal) kennzeichnen heute
das Gebiet der Gemeinde Weißbach bei Lofer.

In der nachfolgenden Vegetations zeit entstanden
umfangreiche Waldungen und tundraähnliche
Hochflächen. In besonderer Weise trägt hier das
einmündende Tal des Weißbaches zur Raumge-
staltung bei. Auf der Suche nach Nahrung drangen
bald die ersten Menschen in das Inner gebirge
vor, streiften als Jäger, Fischer oder Früchte-
sammler auch im Saalachtal und auf den Anhöhen
umher. Sie hinterließen ihre Spuren. Höhlen
dienten diesen Nomaden damals als vorüberge-
hende sichere Aufenthaltsräume, die sie gegen
Tiere und sonstige Feinde zu verteidigen wussten.

Schon in der frühen Hallstattzeit (750 v. Chr.)
hatten die Kelten enge Verbindungen in den
Süden. Salz war das Haupthandelsprodukt im
Tausch gegen Glas, Keramik und vor allem Wein.
Der Weg über die Tauern führte auch in das
Saalachtal. Für die Römer war später vor allem
das qualitativ hochwertige Eisen sowie diesbezüg-
liche Erzeugnisse von besonderer Bedeutung.
Tausend Jahre früher (1800 v. Chr.) haben die
ergiebigen Erzlagerstätten in Leogang und in
Viehhofen im Glemmtal, insbesondere das Kupfer,
dabei eine wichtige Rolle gespielt.

Verschiedene Funde an der römischen Saalachroute
von den Tauern und Saal felden kommend, durch
Frohnwies flussabwärts bis in die Handels- und
Produktionsstätten an Saalach und Salzach (Bad
Reichenhall, Salzburg, Hallein), aber auch abzwei-
gend von Lofer nach Tirol, belegen dieses weit
verzweigte Verkehrsnetz (siehe Info-Anlage Saal-
felden). Von den ausgedehnten Weideflächen und
der Wasserscheide an der Staatsgrenze auf dem
Hirschbichl, zwischen dem Land Salzburg und dem
Stift Berchtesgaden abfließend, war der Weißbach
seit Urzeiten Wegweiser für die Säumer im Saalach-
tal. Der Hirschbichl-Pass (1.176 m) wurde früh zu
einem „Nabel“ des Saalachtalraumes.

Alle drei Länder hatten größtes Interesse an der
Versorgung ihrer Besitzungen im Pinzgauer
Saalachtal und am Handel in den Süden. Die
Verbindung über den Hirschbichl wurde folglich
soweit verbessert, dass im Mittelalter wenigstens
mit einem Handkarren Salz transportiert werden
konnte. Frohnwies (heute Weißbach bei Lofer)
wurde als Verwaltungsamtsort mit der Grenze
am Hirschbichl auch Mauthort. Der alte Säumerweg
kam immer mehr als überregionaler Gütertrans-
portweg zur Geltung.

Selbst der Fernhandelsweg nach Süden bekam die
Abzweigung in das Saalachtal deshalb, weil er zu
den Handels- und Produktionsstandorten kürzer
war. So wurde Frohnwies zu einer internationalen
Verkehrsdrehscheibe von wirtschaftlicher Bedeu-
tung. Näheres über die erwähnten Weideflächen
erfahren Sie von der Info-Tafel nebenan mit dem
Thema „Grenzenlose Almgemeinschaften“. Die
Info-Anlage in Leogang und Viehhofen geben Aus-
kunft über die vorchristliche Bergbauzeit der Orte.

Wanderer entlang des Diesbachstausees (1.428 m)

Wanderkarte Gemeindegebiet Weißbach bei Lofer

Kneippanlage am Eingang zur Seisenbergklamm in
Weißbach bei Lofer

Distelfalter
Er gehört zu den 16 äußerst selten gewordenen
Schmetterlingsarten, die in der Gemeinde Weißbach
bei Lofer noch vorkommen.

Seisenbergklamm       
Das Naturdenkmal Seisenbergklamm in
Weißbach bei Lofer begann vor etwa
12.000 Jahren zu entstehen, als das Eis
in den Alpen schmolz. Im Jahre 1831
errichteten Holzknechte erstmals einen
Triftweg durch die 600 m lange Klamm,
um Holz zum Haupttrifftgewässer Saalach
und zu den Salzsudpfannen nach Reichen-
hall zu transportieren.

Die Salinenwirtschaft des 18. und 19. Jahrhunderts
hat auch hier ihre Spuren hinterlassen. Jedoch früh
im 20. Jahrhundert hat sich die Waldbewirtschaftung
der Bayerischen Saalforste mit Verwaltungssitz im
Bayerischen Forstamt St. Martin zunehmend an den
natürlichen Gegebenheiten orientiert. Naturkundliche
Besonderheiten werden belassen, z.B. Hochmoor-
flächen, Bruchwälder, Block- und Hangschuttwälder
oder Horst- und Höhlenbäume. Habitatansprüche
der Wildtiere werden bei der Waldbewirtschaftung
berücksichtigt.

Von großer Bedeutung sind die als Landschafts- schutzgebiete ausgewiesenen Weißbacher Gemein-
schaftsalmen, wie die Litzlalm, Kammerlingalm und
vor allem die Kallbrunnalmen. In unmittelbarer Nähe
der Kallbrunnalmen liegt das seit 1976 von den
Bayerischen Saalforsten außer Nutzung gestellte
Naturwaldreservat Mitterkaser. Ein 90 ha großer
subalpiner Waldkomplex mit Fichten, Lärchen-,
Zirbenwäldern und ausgedehnten Latschenfeldern in
der malerischen Hochgebirgsregion des Steinernen
Meeres.

In diesem flächenmäßig größten Naturwaldreservat
des Landes Salzburg kommen in einer Seehöhe
zwischen 1.490 und 1.700 m 47 Vogelarten (davon
21 Brutvogelarten) vor. Nicht weniger als 111
Flechtenarten haben dort ihren Lebensraum. Die
seit dem Jahr 1976 mit dem höchsten Naturschutz-
prädikat „Naturdenkmal“ geschützte Seisenberg-
klamm soll hiermit besonders herausgestellt
werden. Sie ist eine Einzelschöpfung der Natur und
einzig in ihrer Art im Saalachtal. Sie kann direkt
vom Ort ausgehend durchwandert werden.

 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites