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Kallbrunnalm
im Hintergrund Leoganger Steinberge

Weißbach mit Blick Richtung Lofer – Saalachtal –
im Hintergrund die Loferer Steinberge

Während sich das 1102 gegründete Augustiner
Chorherrenstift Berchtesgaden durch Rodung und
Besiedelung ein geschlossenes Herrschaftsgebiet
aufbaute, war das Saalachtal mit seiner umgebenden
Gebirgslandschaft, die Grafschaft im Mitterpinzgau,
Eigentum des Bayernherzogs. Dieser belehnte sie an
die Grafen von Plain. Mit umfangreichen Schenkungen
durch die Bayernherzoge und durch Landerwerb kam
der Erzbischof von Salzburg zusehends seinen Bestre-
bungen einer Loslösung seines Herrschaftsgebietes
vom bayerischen Herzogtum dadurch näher, das mit
urkundlicher Bezeichnung „Land“ 1342 als abge-
schlossen galt.

Aus den im 12. und 13. Jahrhundert zur Landsicherung
errichteten zentralen Burgen, die den Pflegern der
Hoheitsbezirke unterstellt waren, wurden Pfleggerichte.
Im Jahr 1228 erwarb der Erzbischof von Salzburg durch
ein Tauschgeschäft mit Bayern den gesamten Pinzgau.
Die bayerischen Herzoge und die Salzburger Erzbischöfe
grenzten ihre Herrschaftsgebiet voneinander ab und
setzten 1275 die Landesgrenzen fest. Dem Augustiner
Chorherrenstift Berchtesgaden lag mit der Stiftung
eines großen zusammenhängenden Waldgebietes
durch den Grafen Berengar in Sulzbach (Oberpfalz)
zwischen Salzach und Saalach ein bedeutender
Gründungsbesitz zugrunde. Durch Rodung und
Besiedelung entstand ein geschlossenes Herrschafts-
gebiet, das von jeglicher Fremdherrschaft unabhängig
sein sollte.

1306 wird das Chorherrenstift Berchtesgaden bereits als
„Land“ bezeichnet. Seit 1337 ist die Fürstpropstei
Berchtesgaden ein freies, selbständiges Fürstentum,
das mit der Säkularisation 1803 endete. Als solches
umfasste es die gesamte Erstausstattung des erwähn-
ten Waldgebietes mit der Umgrenzung; vom Diesbach-
ursprung am Großen Hundstod zur Saalach, diese
flussabwärts bis Wals und von dort über St. Leonhard,
Hoher Göll, Gotzen Alm, Steinerne Meer zum Ausgangs-
punkt zurück. Die Altbaugebiete waren nicht inbegriffen,
wie z.B. Reith, Unken, Wals usw.

Den auswärtigen Streubesitz hatte man in eine Verwal-
tungseinheit zusammengefasst. Im Pinzgauer Saalach-
tal, wo die Chorherren frühzeitig den zum Waldbesitz
von Grafengaden gehörenden Grundbesitz durch
gezielte Erwerbspolitik erweiterten, wurden die zahl-
reichen Güter zwischen Saalfelden und Unken, im Ver-
waltungsamt Frohnwies zusammengefasst. Im jetzigen
Gemeindegebiet Weißbach bei Lofer erworbene Stiftbe-
sitze waren „Nieder-Diesbach“ (Grammlergut) und 1296
ganze Güter in Diesbach, Weißbach und Pürzlbach, zu
denen jeweils 4-6 Höfe gehörten. Dabei waren die
Grundherrschaftlichen Weiderechte der Fürstprobstei im
Pinzgau, u.a. die heute noch bedeutenden Almen Kall-
brunn, Kammerling und Litzlalm zu nennen.

Seit Weißbacher Bauern ab 1804 Weiderechte kaufen
konnten, werden diese fruchtbaren Almböden in bäuer-
licher Gemeinschaft genutzt. Diese Traditionsalmge-
meinschaften haben sich vor wenigen Jahren in der 350
Jahrfeier auf Kallbrunn in großartiger Harmonie gezeigt.
Der alljährliche Dankgottesdienst der Almbauern
spiegelt die seit über 600 Jahren währende Tradition in
beeindruckender Weise wieder.

 

Wanderer auf der Kallbrunnalm

Hirschbichl – im Hintergrund die Reiter Steinberge
Der Hirschbichl bildet die Grenze zwischen Bayern
und Österreich bzw. zwischen den Gemeinden
Ramsau bei Berchtesgaden und Weißbach bei Lofer

Silberdistel

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites