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Wals zählt zu einem der ältesten Orte im Saalach-
tal, Land Salzburg. Der Ortsname verweist auf die
Zeit der Römer (15 - 450 v. Chr.). Wie die
Nennung des Ortes Wals in der Notitia Arnonis
(788) und in der Breves Notitia (798) als „Walawis“
und „Vicus Romanicus“, was das „Dorf der
Romanen“ bedeutet, ist Wals einer der wenigen
Orte des Landes Salzburg, wo die Siedlungs-
kontinuität trotz Wirren der Völkerwanderung
und Untergang des Weströmischen Reiches
gewahrt geblieben ist. Als „Walchwis“ (Dorf der
Walchen), wurde es ins Bayerische übertragen,
wovon sich der heutige Name „Wals“ ableitet.

„Grundriss von der Hammerau im Salzburgischen
1794“

Bachschmied am Mühlbach, Walser Kirche im
Hintergrund

Sturm Mühle am Mühlbach – Wals-Siezenheim

Das Pfleggericht Staufeneck ist urkundlich im Jahr
1365 verzeichnet. Im Jahr 1591 wurde die gemein-
same Verwaltung der selbständigen Pfleg- und
Landgerichte Plain und Staufeneck dem Pfleger
von Staufeneck übertragen (Hochfürstlicher Salz-
burger Pfleger zu Staufeneck, Plain und Glan).

Durch die Auflösung des Hofurbargerichts Glan
hatten sich die Grenzen des Pfleggerichts Staufen-
eck östlich über die Saalach verschoben, welche
bisher über Walserberg zur Bichlbrücke und mittig
der Saalach bis zur Mündung verlief. Auf diese
Weise wurden 1629 Siezenheim, Wals, Viehhausen,
Gois und Loig dem vereinigten Gericht Staufeneck-
Plain integriert.

Der verbliebene Teil kam zum Stadtgericht Salz-
burg. Das Gerichtszentrum mit Sitz des Pflegers
blieb bis zur Auflösung im Jahr 1805 Schloss
Staufeneck. Das Hofurbargericht an der Glan,
zwischen Saalach und Glan, bestand großteils in
der Verwaltung der Güter. Diese waren bereits vor
l200 im kirchlichen Abgabeverzeichnis des Erz-
bischofs aufgeführt („Historischer Atlas Bayern“
Reindl/Schedl; „Schloss Staufeneck“, Wieser)

Schloss Staufeneck – Piding

Im Jahr 1537 hat der Fürsterzbischof von Salzburg
als Landesherr die Bewilligung zur Gründung der
Eisengewerkschaft in der Au erteilt. Es war die
Geburtsstunde des salzburgischen Erzbergbaues.
Bald entstanden neben dem Hammerwerk in der
Au bei Bicheln weitere Betriebe in der Umgebung.

Achtal b. Neukirchen am Teisenberg lieferte das
Roheisen zur weiteren Verarbeitung. Zur Versor-
gung des Eisenwerkes mit Energie war neben
Holz, die Holzkohle gefragt. Bauern aus Wals und
Umgebung brachten über eine Furt und den
„Kohlensteg“ Holzkohle aus den Untersberg-
Vorbergen und „Wasen“ (Torf) aus dem
Leopoldskroner Moor, 1796 von Viehhausen 32
Klafter Torfziegel, in das Eisenwerk Annahütte.

1711 haben zwei Bauern zu Wals 180 Fuder Kohl-
holz von einem Windbruch am Untersberg ange-
boten, das nach Besichtigung und Überprüfung
des hohen Preises angeliefert wurde. In den
Wäldern um den Untersberg rauchten bald
unübersehbar die Kohlenmeiler in den Himmel.

Kohlenwagen der Bauern stauten sich auf der alten
Bichlbrücke, wenn die Furt nicht benützt werden
konnte. Mit dem Bau des Saalachwehres (1840)
kam die Schifffahrt auf der Saalach zum Erliegen.
Bis zu der Zeit war z.B. der Brennerbauer von Wals
mit seinen „Sampferden“ beim Flussaufwärts-
ziehen der Schiffe (Treidelzug) nach Reichenhall
beschäftigt. Nachdem er mit seinem Hof jedoch
am nächsten zu der alten „Salefurt“ war, konnte
er seine Rösser weiterhin für Vorspanndienste
einsetzen.

 

1891 Antrag zur Errichtung einer Brücke in Hammerau
1895 Bau einer Notbrücke
1896 der Steg wird durch ein Hochwasser weggerissen

Im Sommer 1894 gründete sich die „Wals-Hammer-
auer-Brückenbau- Gesellschaft m.b.H.“ mit dem Ziel,
eine Brücke über die Saalach zu schlagen. Die
treibende Kraft war der Walser Ortspfarrer Joachim
Stampfl. Das Stammkapital betrug 45.000,- Mark.
Es wurde zu einem Drittel von der Gewerkschaft
Achtal-Hammerau aufgebracht. Verschiedene
Bewohner diesseits und jenseits der Saalach
beteiligten sich durch kleinere Anteile. Zur Finan-
zierung der laufenden Kosten der Brücke sowie zur
Verzinsung und Rückzahlung der Einlagen war eine
Mautgebühr vorgesehen:

• für Fußgänger, der Schule entwachsen 3 Pf.
• für Fußgänger, schulpflichtig 2 Pf.
• für Personen mit einem Karren oder Ziehwagen 5 Pf.
• für ein großes Rind oder für ein Pferd 10 Pf.
• für jedes kleinere oder Jungvieh 5 Pf.
• für einen Ochsen oder Pferd mit Bespannung 12 Pf.
• für zwei Zugtiere mit Bespannung 24 Pf.

Die Brücke wurde 1897/98 gebaut. Sie bestand bis zu
ihrer Zerstörung durch ein Hochwasser am 13. Mai
1919. Zunächst wurde wieder eine Notbrücke errichtet.
1926 wurde die Brücke ca. 200 m flussabwärts,
gebaut. Diese wurde 1945 kurz vor Kriegsende von
einem zurückweichenden SS-Kommando angesichts
der heranrückenden amerikanischen Truppen
gesprengt („Salzfass“ I/1997). Der Gasthof
„Grünauer Hof“ (Brückenwirt) besteht seit dem Jahr
1898. Mit dem Beitritt Österreichs zur Europäischen
Union wurde 1995 die Grenz- und Zollstationen
aufgelöst.

Hammerauer Brücke – 1926 errichtete Saalach-
brücke mit deutschen Zollbeamten, im Hintergrund
der Untersberg

Königskerze

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites