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Der Natur- und Kulturraum der Alpen ist historisch betrachtet, in unterschiedlichster
Weise direkt und indirekt durch das Wasser und seine Nutzungsformen gepr├Ągt worden.
Das wird weiterhin noch erheblich beeinflusst. Die Wasserwirtschaft ist mit allen Formen
des Inneralpinen Raumes verbunden. Die Bewohner der T├Ąler und schluchtartigen Engen
werden t├Ąglich damit konfrontiert.
Die im tiefsten Talraum befindlichen Siedlungen sind bei jedem Regenwetter ganz
besonders gefordert ÔÇô wenn ungeahnte Wassermassen wieder ihr urspr├╝ngliches Fluss-
oder Bachbett vereinnahmen. Der friedlich dahinflie├čende Bach wird pl├Âtzlich zum
Ungeheuer, das alles, ├╝ber Generationen oft aufgebaute Hab und Gut, in wenigen Minuten
zerst├Ârerisch mitnimmt.
Der Schutz des Menschen vor Hochwasser, Muren und Lawinen nicht nur ein Problem
unserer Zeit. Seit Anbeginn sind die ersten Siedler in den Alpen mehr als im Alpenvorland
schicksalhaft mit dem Wasser verbunden. Sie wussten und mussten schon immer damit
umgehen. Das technische Zeitalter hat die Hochwasserfluten in den Griff bekommen,
kann aber au├čergew├Âhnliche Ereignisse nicht ganz ausschlie├čen.
Wasser hei├čt in erster Linie f├╝r uns Menschen Leben. Es ist also nicht immer das Wasser,
vor dem wir uns sch├╝tzen m├╝ssten. Sind es nicht auch Entscheidungen, die wir mit der
Kultivierung getroffen haben? Landschaft und Mensch sind die beiden am Entstehen einer
Kulturlandschaft wirkenden bzw. beteiligten Kr├Ąfte. Zeigt nicht die von unserem handeln
seit Jahrhunderten betroffene Landschaft mit jedem Hochwasser unsere nat├╝rlichen
Grenzen auf.

Der Arzbach durchflie├čt das Dorf Viehhofen und m├╝ndet an der tiefsten Stelle des
Tales in die Saalach. Die Folgen eines sogenannten Jahrhunderthochwassers, wie man
in Fachkreisen solche Fluten zu bezeichnen pflegt, sind in den meisten F├Ąllen kaum
voraussehbar, jedoch hinsichtlich des Hochwasserschutzes f├╝r die Bev├Âlkerung als
Ausbauvorgabe von besonderer Bedeutung.
Bauma├čnahmen am Wasser ber├╝hren immer den Naturhaushalt und das Erscheinungsbild
des jeweiligen Landschaftsraumes. Landschaftsgestalterische und ├Âkologische Gesichts-
punkte sind daher umfassend zu ber├╝cksichtigen. Je nach lokalen Bed├╝rfnissen wird
heute, wie auch in Zukunft, unserer freizeitorientierten Gesellschaft entgegen zu kommen
sein. In Viehhofen ist man danach t├Ątig geworden, wobei naturgem├Ą├č bei einem solchen
Ausbau der Bev├Âlkerungsschutz vorrangig zu behandeln und zu ber├╝cksichtigen war.

Der Arzbach konnte im Ortsbereich
nur so ausgebaut werden um dem
Hochwasserschutz voll zu gen├╝gen
.

Arzbach im Ortszentrum vor der
Einm├╝ndung in die Saalach

Rottenbach vor der Einm├╝ndung in
die Saalach

Nat├╝rlicher Kreuzerlehenbach im Unterlauf
 

Viehhofen im Jahre 1912 nach der Hochwasserkatastrophe bei der
der etwas tiefer gelegene Ortsteil (Unterwirt) und Teile des um die
Kirche angelegten Friedhofes samt Gr├Ąber weggesp├╝lt wurden.
Weitere Verw├╝stungsjahre folgten.

Viehhofen ist ein Ort im Glemmtal, dem Ursprungstal der Saalach,
welches bereits im Mittelalter von den herabst├╝rzenden Wassermassen
in schrecklicher Weise heimgesucht wurde. 1786 wurde die vom Dorfwirt
neu errichtete Kapelle im Ort von den Hochwasserfluten weggerissen.
Im Mai 1912 ereignete sich nach viert├Ągigem Regen mit einherge-
gangener Schneeschmelze, die gr├Â├čten Sturzfluten aller Zeiten. Neben
Saalbach wurde Viehhofen derart verw├╝stet, dass zuguterletzt das Dorf
im unteren Siedlungsbereich vollst├Ąndig verschwunden war. Tagelang
w├Ąlzten sich die Wassermassen, aus den Ufern getreten, ├╝ber den
gesamten Talraum hinweg und hinterlie├čen nur noch Schlamm und
Ger├Âll. S├Ąmtliche Br├╝cken und Stege ├╝ber die Saalach wurden wegge-
schwemmt und selbst ein neu gebautes Haus versank in den Fluten.
Bereits 16 Jahre sp├Ąter (1928) zerst├Ârten die Hochwasserfluten des
Arzbaches, ein Nebenfluss der Saalach, der mitten durch den Ort flie├čt,
abermals das Dorf.

Die erste Feuerwehrst├Ątte mit Schlauchturm (1905)

Hochwasser Arzbach 1928

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenz├╝berschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterst├╝tzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gef├Ârdert von der
Europ├Ąischen Union
mit Mitteln aus dem
Europ├Ąischen Fond f├╝r
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites