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Trotz des frĂĽhgeschichtlichen und mittelalterlichen Berg-
baues und des 1910-1914 erfolgten weiteren Abbaus
(16.-19. Jh.) blieb die Landwirtschaft bis in die Neuzeit
Haupterwerbquelle und Lebensgrundlage der Bewohner
Viehhofens. Der in den vergangenen Jahren als Zuerwerb
für die überwiegend bäuerlich strukturierte Bevölkerung
angedachte Fremdenverkehr als Nebeneinnahme hat
sich gut entwickelt. Zu Beginn der Kirchengeschichte ist
von einem Gewerbetreibenden (Dorfwirt) die Rede, der
drei arme Bauern zur Vorsprache beim Landesherrn
(Bischof von Chiemsee) wegen Genehmigung einer
eigenen Kirche und Pfarre mitnahm. Bereits 1692 hat
die hiesige Nachbarschaft darauf hingewiesen, dass sie
nichts als eine HolzhĂĽtte mit von Bildern zusammen-
geklebten Innenwänden hat. Hierfür wollte sie eine
Kapelle bauen, in der man auch eine heilige Messe
feiern kann. Nach wiederholtem Bitten, kam 1867
endlich Bauerlaubnis. Diese vom Erzbischof und Landes-
herren bewilligte und umgehend erbaute Kapelle wurde
1789 durch ein Hochwasser völlig zerstört. Die „Ecce
homo“-Statue konnte noch rechtzeitig aus der Kapelle
gerettet werden. 1793 wurde Viehhofen von Zell am See
aus seelsorglich mitbetreut. 1796 wurde die Pfarrkirche
gebaut und an Weihnachten 1797 geweiht. 1891 wurde
Viehhofen eigene Pfarre. Ein Dorfleben wie damals ist
heute kaum mehr vorstellbar.
Neben der Kirche in Viehhofen befindet sich das Wirts-
haus, die Volksschule mit Kindergarten und das
Amtshaus der Gemeinde. Dieser dörfliche Ortskern ist
charakteristisch fĂĽr die altbayerische Kulturlandschaft
im gesamten Saalachtal. Damit diese „Heilige Allianz“
auch in zukĂĽnftigen gemeinsamen Europa
so bleibt, sollte man alles dafĂĽr tun.

Amtsgebäude - Gemeindeamt renoviert 1983

Freiwillige Feuerwehr Viehhofen – 1923

Musikkapelle Viehhofen – Gründungsjahr 1928

Erntedankfest mit den Glemmer SchĂĽtzen

Freiwillige Feuerwehr Viehhofen – 2001

Trachtenmusikkapelle

VIEHHOFEN

Dörflein im Saalachtal, wohl bist zu klein;
Und doch mein GlĂĽck, mein Stolz,
die Heimat mein –
Mich lockt die Fremde nicht, mit Glanz
und mit Geld,
Du, mein Viehhofen, bist meine Welt!

Ernst Marchele (Ortspfarrer)
 

Im Jahr 1771 hielten die „Vorderglemmer“ um die
EinfĂĽhrung einer Schule an. Der Unterricht wurde
1772 einem Einsiedler erfolglos ĂĽbertragen. 1798
begann der Mesner zu unterrichten. Ab 1801 bis
1840 ĂĽbernahmen die eingefĂĽhrten Vikare den
Schulunterricht, bis die Gemeinde mit Hilfe von
Wohltätern 1838 ein eigenes Schulhaus baute und
das bereits im Jahr 1932 erweitert wurde. Die Schule
war mit 56 Kindern zweiklassig. Als ländliche Versuchsschule hat sie sich bewährt. Die heutige
Erwerbsquelle der Bevölkerung wird überwiegend
vom Fremdenverkehr getragen. Dieser fundiert nicht
zuletzt auch auf die seit Generationen von fleiĂźigen
und bescheidenen Menschen geschaffene und
gepflegte bergbäuerliche Kulturlandschaft. Die
gesamte Bevölkerung hat sich, jeder auf seine
Weise, fĂĽr das Gemeinwohl eingebracht und verdient
gemacht. Seit dem Jahr 1960 hat sich der Fremden-
verkehr im Gast- und Herbergungsgewerbe gĂĽnstig
entwickelt.
Die Einwohnerzahl im Jahr 2004 beträgt 630
Personen.
Das traditionsreiche Gastgewerbe aus
dem 17./18. Jahrhundert wird fortschrittlich gepflegt
und im Familienverband geführt. Neben 1200 Gäste-
betten
in 4 Gasthäusern, 45 Privatzimmerver-
mietern
und 6 Fremdenpensionen zählt die
Gemeinde 130.000 Ăśbernachtungen und ist mit
Pendelbussen an den GroĂźschiraum Saalbach-
Hinterglemm/Leogang im Winterfremdenverkehr
angeschlossen.

Volksschule und Kindergarten – 1983 neu erbaut

Zahlreiche Vereine beleben heute das gesellschaft-
liche und kulturelle Leben in einer der kleinsten
Gemeinden im Pinzgau, im Saalachtal. Sie alle
beteiligen sich u.a. beim Erntedankfest. Die Frei-
willige Feuerwehr besteht seit 1901. Sie ist hoch
motiviert und äußerst tatkräftig einsatzbereit. Der
1982 errichtete Mehrzweckbau beherbergt das Feuer-
wehrhaus, den Musikraum fĂĽr die 1957 wieder ge-
gründete Musikkapelle, sowie weitere Vereinsräume.
1983 wurde von der Gemeinde die neue Volksschule
mit Kindergarten errichtet.
Mit Fertigstellung der Ortskanalisation folgten
UmweltschutzmaĂźnahmen und umfassende Ortsver-
schönerungen. Viehhofen zählt zu den „ausge-
forsteten“ Gemeinden des Pinzgaus im Saalachtal,
welche im Gegensatz zu den sogenannten „Saal-
forsten“ eine Waldgenossenschaft bilden (siehe
Info-Anlagen im unteren Saalachtal-Land Salzburg).

Pfarrkirche
1796/97
erbaut

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzĂĽberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit UnterstĂĽtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites