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Mehrere Funde im Unkener Raum lassen auf eine
FrĂĽhgeschichtliche Besiedelung schlieĂźen. Als auĂźer-
gewöhnlicher Aufenthaltsort sei schließlich die Halb-
höhle am Kniepass (engste Stelle im Saalachtal b.
Unken), unmittelbar ĂĽber dem seinerzeitigen
Flussbettufer der Saalach, zu erwähnen. Darin
befinden sich in der senkrecht aufsteigenden
Felswand diverse Ritzzeichen. Auch Tonscherben
konnten geborgen werden, welche wiederholte Auf-
enthalte von längerer Dauer dokumentieren. Diese
Keramik wird auf die Zeit um etwa 500 v. Chr. bis
900 n. Chr. datiert (Hallstatt- bzw. Karolingerzeit).
Die Halbhöhle am Oberrain-Knogel beherbergte
Funde, die bis zum Ende des Paläolithikum
(12.000 – 10.000 v. Chr.), also unmittelbar nach
dem Abschmelzen des Saalachgletschers, verweisen.

Vor 10 000 Jahren Eis – heute Nebel, im Hinter-
grund Stauffen und Bredigstuhl (Blick vom
Thälernknogl auf das Talbecken von Unken)

Währenddessen florierte bereits der Handel zu den
Bergbaugebieten im Pinzgau und weiter in den
SĂĽden, der sich auf den heute noch bekannten
Wegen abspielte. Ganze Säumerkarawanen haben
die Talenge beim Kniepass nehmen mĂĽssen. Es
fĂĽhrte und fĂĽhrt bis heute kein anderer Weg
flussaufwärts zu den Zentren des frühen Mittelalters.

Blick auf Unken gegen die Reither Alpe mit den
typischen Rodungsinseln des Ortsteiles Sonnberg
(Vordergföll)

In Unken erkennen wir die noch verhältnismäßig
niederen Terrassen ĂĽber dem heutigen Flussbett.
Dahinter wurde gesiedelt und daraus der Ortskern
von heute entwickelt. Das Wirtschaftsleben
erforderte erste Tavernen an der StraĂźe, Handwerksbetriebe, welche mit den vielen
Fuhrwerken zu tun hatten. Es waren die Schmiede
und Wagner. Auch die StraĂźe musste instand
gehalten werden. Aus NotlbĂĽchern des Pfleggerichts
Lofer und mehreren Hofurbaren erfahren wir, dass
1598 drei Objekte von einem Hochwasser zerstört
wurden. Diese Objekte stehen vom heutigen
Flussbett der Saalach ĂĽber 100 Meter entfernt und
um mehrere Meter ĂĽber dem heutigen max.
Hochwasserspiegel!

Zur Sicherung seiner Landesgrenzen lieĂź EB Paris
Lodron auch den Steinpass durch ein Tor befestigen.
Daran anschlieĂźend sicherten noch Pallisaden die
„Grüne Grenze“ im gesamten Talboden. Bis zum
Abbruch im Jahr 1929 zwängt sich der beginnende
Autoverkehr durch das enge Tor.

Blick auf Unken um 1935 mit den drei 1598 bei
einem Hochwasser weggerissenen Objekten
Mittertavern (Kramerwirt), Miggl und Mehleck
(alte Bäckerei Sturm)–Bildmitte, links beginnend

Die zur Verkehrssicherung früherer Jahre und später
zur territorialen Verteidigung des Landes errichteten
Anlagen (Kniepassflucht- und Sicherungsbauwerk,
die Hofbefestigung am Steinpass) lösten weitere
nicht-landwirtschaftliche Ansiedelungen aus.
Die wachsende Bevölkerung benötigte weiteren
Siedlungsraum und somit wurde erneute Rodungs-
tätigkeit um den seinerzeitigen Siedlungskern in
Unken ausgeĂĽbt. Aufgrund der topographischen
Verhältnisse (langgestreckte Talebene im
Ausuferungsraum der Saalach) und der beidseits
steil ansteigenden Hochterrassen wurde
zwangsläufig entlang des Flusses gesiedelt, was
das heutige Ortsbild verdeutlicht. Der Ortskern von
Unken konnte sich nicht weiter entwickeln. Nur die
weit ausgeformten Becken (siehe Saalfelden,
Lofer, Reichenhall) hatten diese Möglichkeit der
räumlichen Ausdehnung.

Zuerwerb aus der Waldarbeit sicherte das Ein-
kommen der Bauern. Bei der Winterholzbringung
als Nachfolge zur Trift kamen noch zusätzliche
Bauernknechte und Pferde- und Ochsenfuhrwerke
zum Einsatz.

Die Landwirtschaft blieb dominierende Erwerbsquelle
ĂĽber Jahrhunderte.
Sie ernährte so recht und schlecht
bis in die Neuzeit (19./20. Jh.) die anwachsende
Bevölkerung. Kulturlandschaft und unabhängige neue
Berufe des 20. Jh. ermöglichten den Aufstieg der
Gemeinde Unken in die neue Zeit. Neben den
„Sommerfrischlern“ des 19. Jh. im Badebereich
(SchĂĽtterbad, Bad Oberrain und Gasthof Post) kam der
Fremdenverkehr ins Land. Bäuerliche Betriebe im Tal
und das bodenständige einschlägige Gewerbe erhielten
Anteil dieser Entwicklung. Kennzeichnend hierfĂĽr ist
zweifellos das neu errichtete bzw. erweiterte ehemalige
Hotel Post.

Blick auf die Hochalm, die Unkenberger Mähder,
Schwarzeck- und Loferer Alm. Bergmähder und
Almwirtschaft sicherten die Existenz der Berg-
bauern im Saalachtal

Diese vielseitige u. vielfältige bergbäuerliche Landschaft
mit dem naturnahen Gebirgsfluss und den bildhaft
schönen Hochtälern und seinen sagenumwobenen
Klammen und Schluchten, die zur Saalach hin
orientierten reinen Quellbäche, zählen zu den
schönsten Gegenden des Saalachtales im Pinzgau.
Harte Generationsjahre waren es, welche die Menschen
über sich ergehen lassen mussten. „Unser täglich Brot
gib uns heute“
war jahraus jahrein, die Vorgabe fĂĽr
ihre MĂĽhe. Heute kaum mehr vorstellbar und trotzdem
soll es aufgezeigt werden, diese „gute alte Zeit“. Kinder
konnten zum Teil den weiten, beschwerlichen Schulweg
nicht immer schaffen, weil ihnen die nötige Kraft dazu
fehlte. Es waren „Lehensbauern“-Höfe, die oft mehr als
10 Personen zu ernähren hatten. Hinzu kamen hohen
Zins- und Reallasten (Geld-Naturalien und Arbeits-
leistung) fĂĽr den Grundherren, den sie oft selber nicht
kannten. Dieser wohnte oft weitab von seinen
„Dienern“. Seine „Eigen-Knechte“, welche ihm
beigegeben waren, kannten kein selbstbestimmendes,
eigenes Leben. Sie waren womöglich als unfreie Knechte
geboren worden und zeitlebens solche geblieben.

Mösererstube –
Unterkunft fĂĽr Mann
und Pferd (bei der
Winklmoos-Alm)

Über Jahrhunderte war der Wald zusammen mit der Landwirtschaft die Lebensgrundlage in unserem Raum“.
Nahezu die gesamte Bevölkerung war im Dienst der
Saline in Reichenhall. Alles drehte sich seit Anbeginn der
ersten Siedlergemeinschaften um die Brennholzgewinnung
und Lieferung als einzige Energie fĂĽr die Sudpfannen der
vielen Sieden in Reichenhall. (Heute wĂĽrde man von
Ă–l-Produzenten und Lieferanten sprechen). Neben der
spärlichen Landwirtschaft auf den häufig kargen Böden
der Gebirgstäler im Einzugsbereich der Saalach, war die
Saline in Reichenhall eine der wenigen, wenn nicht der
Einzige, groĂźe Arbeitgeber im Pinzgauer Saalachtal.
Nachdem 1228 der Erzbischof von Salzburg erneut mit
GrĂĽnden, in dem Fall mit dem gesamten Pinzgau von
dem bayer. Herzog belehnt wurde, hat sich die Grund-
herrschaft zugunsten Salzburgs geändert. Das Nutzungs-
recht der sogenannten „Sudwälder“ blieb jedoch bei der
Saline in Reichehall, welche nun auf fremden Boden ihre
Holzrechte weiterhin nutzte. Diese Salinenrechte und
spätere Eigenrechte des Freistaates Bayern gegenüber
Ă–sterreich wurden 1957 erneut geregelt. Die Salinen-
konvention von 1829, welche die Nutzung der forstärari-
schen Salinenwälder auf dem Boden der Republik
Ă–sterreich, im Bundesland Salzburg, regelt, gilt weiter
„auf ewige Zeiten“, wie es in diesem Vertrag heißt.
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzĂĽberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit UnterstĂĽtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites