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Die Saalach wird aufgrund ihrer Wasserführung
und ihres Quellbereichs in den Alpen als Gebirgs-
fluss bezeichnet. Die grünlich scheinende Wasser-
färbung beruht auf kleinste Kalkteilchen im
Wasser. Die Vernetzung des Hauptgewässers mit
seinen Zuflüssen und Quellnebenbächen sorgt
für einen stabilen Lebensraum für die Tierwelt im
und unter Wasser. Die ungehinderten Verbin-
dungen im Fließgewässersystem als Gewässer-
einheit sorgen für ein intaktes Wasser-Land-
Ökosystem. So ist z.B. der Nahrungskreislauf für
die Kleintierwelt im Wasser dann nicht beein-
trächtigt, wenn Querbauten im Flussbett (Sohl-
schwellen, Staudämme usw.) aufgrund ihrer Größe
kein Hindernis für die flussaufwärts orientierten
Tiere (u.a. Fische) entsteht. Man spricht von
Durchgängigkeit des Fließgewässers.

Wasserkraftanlagen und hohe Sohlschwellen ver-
hindern häufig die ökologische Durchgängigkeit
der Saalach und nehmen den Fischen den nötigen
Freiraum für ihre natürliche Fortpflanzung. Die
Bemühungen der Anrainergemeinden an der
Saalach, die anfallenden Abwässer ordnungs-
emäß zu entsorgen, haben sich gelohnt. Die
Wassergüte hat sich in den vergangenen Jahren
zu einer guten Qualität (Güteklasse I-II) ent-
wickelt, d.h. das Fließgewässer ist mit geringer
anorganischer oder organischer Nährstoffzufuhr
ohne nennenswerte Sauerstoffzehrung mit großer
Artenvielfalt von Kleintieren besiedelt. Das
gesamte Gebiet der ehemaligen „Pfleg Lofer“,
dazu zählt auch die Gemeinde St. Martin bei
Lofer, entsorgt ihre Schmutzwässer in vorbildlicher
Weise in die Kläranlage am Steinbach (Gemeinde
Unken) durch den „Reinhalteverband unteres
Saalachtal“.

Bachforelle

Badefreuden auf einem selbstgebauten Floß im
Naturbadegebiet Vorderkaser

Schloss Grubhof

Eine vor einigen Jahren durchgeführte Untersuchung
im naturnahen Flussabschnitt Schneizlreuth/Landes-
grenze Unken ergab, dass pro qm Wasser-Schotter-
fläche 80.000 Kleintiere in großer Artenvielfalt im
Flussbett angesiedelt sind. Die davon ausgehende
Selbstreinigung der Saalach ist von unschätzbarem
Wert.

Flussschnecke

Eintagsfliege

Steinfliege

Bachflohkrebs

Eintagsfliegenlarve

Steinfliegenlarve

 

Im Jahre 1816 kam Salzburg endgültig zu Öster-
reich. Zwischen Bayern und Österreich wurde 1829
ein Energiesicherungsvertrag (Salinenkonvention)
für die Saline in Reichenhall abgeschlossen, der
unter anderem das Eigentum der bisher genutzten
Wälder im Pinzgauer Saalachtal (Saalforste) aner-
kennt. Ihre weitere Nutzung sowie die bisher
erfolgte Trift zum Holztransport auf der Saalach
mit ihren Nebenbächen wurde garantiert. Im
Gegenzug räumte der Freistaat Bayern der Republik
Österreich ein weiteres Abbaurecht für das Salz-
bergwerk Dürrnberg (Hallein) unter dem Gebiet des
Marktes Berchtesgaden (Ortsteil Oberau) ein.

 „Unwiderruflich auf ewige Zeiten“ lautet der Tenor
(Sinnwortlaut) dieses 1957 modifizierten ältesten
internationalen Staatsvertrages in Europa. Mit dem
Bau der Kiblinger Talsperre (Saalachsee) in den
Jahren 1910/13 wurde die Trift eingestellt. Heute
leistet die Bayerische Saalforstverwaltung in St.
Martin mit 45 Mitarbeitern und einer Wirtschafts-
fläche von 18.600 ha einen vielfältigen Beitrag
zum alltäglichen Leben im Pinzgauer Saalachtal.

Ihre Hauptaufgaben sind die Sicherung von
Umweltaufgaben in den Wäldern (Wasserspeiche-
rung), der Lawinen- und Erosionsschutz, die Pflege
der weitreichenden Waldflächen in der schönen
Gebirgslandschaft mit 140 km Wanderwegen,
Steigen, Langlaufloipen, Skipisten, Radwegen und
die Jagd (siehe Info-Anlage Stadtgemeinde Saal-
felden). Die Saalach als Sport- und Freizeitgewässer
hat sich im Tourismus erfolgreich eingebracht. Das
umfangreiche Radwanderwegenetz im Saalachtal
und der Naturerlebniswanderweg beidseits des
Flusses dienen der Erholung des Menschen in
vielerlei Hinsicht (Wildwassersport siehe Info-
Anlage Lofer).

Seit Urzeiten nehmen Menschen Fische als hoch-
wertiges Lebensmittel aus der Saalach. Im frühen
Mittelalter wird von Fischereigerechtsame (Fanger-
laubnis) in der Saalach berichtet. Die Fischerei war
damals, ähnlich wie die Jagd, den Landesherr-
schaften vorbehalten. Heute sind es meist einge-
tragene Fischereivereine oder wie im Pinzgau
private Fischereiberechtigte, welche nachhaltig die
Belange des Gewässer- und Artenschutzes in der
Saalach wahrnehmen.

Zahlreiche Kleintiere beleben das Wasser in der
Saalach. Drehen Sie doch einfach auch einmal
einen Stein um. Sie werden staunen, was es alles
zu entdecken gibt (siehe Info-Anlage Luitpold-
brücke/Bad Reichenhall).

Der alte Grubhof wurde 1624 Sitz der ersten
Bayerischen Saalforstverwaltung.

Nebenhaus Grubhof

Schloss Grubhof
um 1325
erste urkundliche Erwähnung im Stift
Berchtesgaden als hochfürstliches Lehen
Besitzer: Fam. Grueber (daher der Name Grubhof)
1624-1868 Sitz der ersten königlich bayerischen
Saalforstverwaltung
1830 in Besitz des königlich bayerischen Salzamtes
Reichenhall
1869-1889 in Besitz der Familie J. A. Faistauer
1887 Geburt ihres Sohnes und berühmten Malers
Anton Faistauer
seit 1890 Eigentümer Hermann Schmidtmann, der
den Grubhof als das heutige Schloss gestalten ließ

 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites