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Kircherbauern im Jahr 1903

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Schon in der Jungsteinzeit (4000 v. Chr.) haben sich die Menschen vor den
Fluten der Hochwasser in Sicherheit gebracht. Sie drangen auf der Suche
nach Nahrung auch in das Innergebirge vor. Die Saalach war ihnen Weg-
weiser. Sie sammelten Früchte, jagten Tiere und fingen Fische. Streu- und
Hortfunde in St. Martin und Umgebung bestätigen die Anwesenheit dieser
Menschen. Im Saalachtal waren es die fruchtbaren Böden in den Tallagen,
die der Mensch später nutzte. Als ältester Ansiedlungsort zählt der Auhögl
bei Hammerau (Gemeinde Ainring), ein Felssporn unmittelbar über dem
Flussufer der Saalach (4500 v. Chr.). Im 7./8. Jahrhundert siedelten die
Bajuwaren nach Abzug der Römer im Saalachtal im Pinzgau.

Von den zurückgebliebenen Romanen verweisen heute noch Ortsnamen
wie „Unken, Leogang oder Lofer“ auf diese Zeit. Im unteren Saalachtal ist
St. Martin als erster zentraler Ort entstanden. Im Jahr 1080 ist die Kirche
St. Martin erstmalig urkundlich benannt. Als „Pero de Lover“ wurde ein
Grundherr bekannt. Die größte geschlossene Ansiedlung mit der Kirche
des Hl. Martin befand sich damals im „Flurbereich Lofer“. Die bäuerliche
Siedlung der „Kircher Bauern“ als Zeche befand sich südlich des großen
Hochmoores. Es war die kultivierte Talebene nördlich der Burg Luftenstein.

Im Jahr 1180 hatte sich die Pfarre bereits zu einer Großpfarre entwickelt.
Diese umfasste das gesamte Gebiet von Steinbach (Landesgrenze/Unken)
bis zu den Grenzen Tirols und Saalfelden. Dieses Gebiet wird heute noch
als „Loferer Land“ bezeichnet. Dort entstand auch die Urpfarre Lofer. Nach-
dem die Bevölkerung zunahm, hatte man in Unken (1383) und in Lofer
(1338) Nebenkirchen errichtet, die beide vom Pfarrort Lofer (St. Martin)
aus betreut wurden. Im 17. Jahrhundert gab es schon 2.500 Einwohner.
Im Jahr 1228 bekam der Erzbischof von Salzburg von dem Bayerischen
Herzog die Grafschaft Pinzgau. Der Erzbischof als Grundherr und Landes-
herr bestellte auch für „Lofer einen Pfleger“, der im Turm zu Lofer (St.
Martin) am Pass Luftenstein wohnte.

Um Verwechslungen zu vermeiden, gaben sich die „Kircher Siedler“ den
Ortsnamen ihrer Kirche – St. Martin. Der heutige Orts- und Gemeindename
„St. Martin bei Lofer“ hält somit den ursprünglichen Siedlungsnamen
geschichtlich aufrecht. Im Jahr 1615 übersiedelte der Pfleger aus der Burg
Luftenstein in den aufstrebenden Markt Lofer. Im Jahre 1833 verlieh Kaiser
Franz I. laut Pfarrurkunde St. Martin das Recht zur Abhaltung eines Marktes.
1908 wurde die katholische Gemeinde Oberweißbach von Saalfelden an St.
Martin angeschlossen.
Im Jahr 1939 wurden Lofer und St. Martin zur Großgemeinde Lofer vereint
und im Jahr 1946 in drei selbständige Gemeinden neu gegliedert: Lofer –
St. Martin – Weißbach bei Lofer.

Gemeindewappen St. Martin bei Lofer
In Blau über Rot schräg links geteiltes Schild, die
Teilungslinie belegt mit einem gesenkten gold-
begrifften Schwert, begleitet rechts von einer
goldenen Infel. Um 1190 entstand die Pfarre St.
Martin. Sie umfasste ursprünglich den Bezirk des
Pfleggerichtes Lofer. Der Kirchenpatron wird durch
Infel und Schwert symbolisiert, während das rote
Schildfeld auf den halben, vom Heiligen Martin
geteilten Mantel verweisen soll.

Vereinszentrum mit Rot-Kreuz-Abteilung und Freiwilliger Feuerwehr
befindet sich am nördlichen Ortsanfang von St. Martin bei Lofer (2004).

Trachtenmusikkapelle St. Martin bei Lofer vor dem Schloss Grubhof
(gegr. 1892)

 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
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