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Maria Kirchental

Die jetzige Pfarrkirche in St. Martin b. Lofer befindet
sich auf einer Vorgängerkirche ohne nähere Daten.
Die Pfarrkirche wurde aus diversen Gründen immer
wieder umgebaut, vergrö ßert, dem Stil der Zeit
angepasst und so um das Jahr 1680 barockisiert.
Eine in der Kirche aufgestellte gotische Holzskulptur
einer thronenden „Muttergottes mit Kind“ (von
einem unbekannten Bildhauer im 15. Jahrhundert
angefertigt) war nicht mehr in die „moderne“ Zeit
passend. Mit weiteren „überständigen“ Ausstatt-
ungsgegenständen kam die Holzplastik zunächst
zum „Müllnerbauer“ (Bewohner des Kirchenweilers
St. Martin). Diese „Kircher“ hatten Holzrechte und
sie durften auch ihr Vieh in einem abgelegenen,
über dem „Kirchort“ St. Martin befindlichen Tal-
schluss der Loferer Steinberge, weiden.

Der „Müllnerbauer“ baute um
1670 einen hölzernen Bildstock
(offene Kapelle ohne Vorbau
mit Sitzgelegenheit), den er 19
Jahre später in eine gemauerte,
größere Kapelle ausbauten und
mit Heiligenbildern schmückte.
Die in seinem Besitz verwahrte
geschnitzte Muttergottes aus
der Pfarrkirche brachte er auf
das Hochtal und schmückte
damit die Kapelle weiter aus.

Diese Kapelle bekam bald immer mehr Besucher,
die ihr Anliegen an diesem einsamen Ort ihrer
Gnadenmutter im Gebet darbrachten. Um dem
„Wallfahrerstrom“ einigermaßen gerecht zu werden,
wurde die Kapelle vergrößert. Mancher Betrachter
des Bildnisses fand schließlich Erfüllung. Diese
Erscheinungen verbreiteten sich sehr schnell, so
dass die „Liebe Frau von Kircher-Tal“ schon bald
überwältigenden Zulauf bekam.

Der damalige Landesfürst und Erzbischof von Salz-
burg ließ sich vor Ort über diese Vorkommnisse
unterrichten. Er kam schließlich nach gemeinsamer
gründlicher Untersuchung mit Rom zu einem
positiven Abschlussergebnis. Anstelle der zwischen-
zeitlich viel zu klein gewordenen Kapelle ließ er
eine von dem kaiserlichen Ingenieur und berüh-
mten Architekten Johann Bernhard Fischer von
Erlach geplante Wallfahrtskirche bauen. In gemein-
samer Mithilfe der „Kircher“ von St. Martin bei
dieser schwierigen Baustelle auf dem Hochtal (240
Höhenmeter waren unter schwierigsten Umständen
zum Materialtransport zu überwinden), wurde der
Kirchenbau nach 5 Jahren fertig gestellt.

Wie damals pilgern alljährlich auch heute noch
hunderte von Menschen aus allen Himmelsrich-
tungen über die Bergpässe oder das Saalachtal
flussauf- und abwärts zur „Gnadenmutter von
Maria Kirchental“. Maria Kirchental ist nicht nur ein
romantischer sondern auch ein geheimnisvoller
Begegnungs- und Einkehrort in unserer hektischen
Zeit, der in die Zukunft weist und Kraft spendet.
Der seinerzeit äußerst beschwerliche Bergpfad ist
heute sowohl zu Fuß als auch mit dem Fahrrad
oder Auto von St. Martin aus innerhalb kurzer Zeit
zu erreichen.

 

Tafelbild Maria Kirchental als Wegweiser am ehe-
maligen Pflasterzollhäusl am Ortsausgang von
Berchtesgaden, wo von dort aus vor 300 Jahren
eine Wallfahrerin den Weg über den Hirschbühel
gegangen ist (32 km; ca. 8,5 Std.). Zwei restau-
rierte originale „Stundensäulen“ befinden sich
noch in Ramsau-Ort und Ortsteil Hintersee an der
uralten Salzsäumerstraße in den Pinzgau (Land
Salzburg).

Gasthof Hochmoos 1930

Kneipanlage nahe des Müllnerbauers am Fuße des
Kircherberges (südl. vom Ortszentrum)

Täglich frisches Quellwasser liefert die Saalach als
sogenannter Gesundbrunnen und Lebenselexier
für uns Menschen. In den Jahrtausenden nach der
Eiszeit sind zahlreiche Moore im Saalachtal
entstanden.
Nacheiszeitseen ohne Abfluss verlandeten und
verwandelten sich in tausenden von Jahren in
Moorflächen. Von den Urzeitmenschen wissen wir,
dass es für sie heilige Orte waren, wo sie ihre
Weihegaben ablegten.

Hochmoos in St. Martin bei Lofer wird als staatlich
anerkanntes Moorbad (Klima- und Badekur) seit
1869 betrieben. 1990 wurde es dem Salzburger
Kurgütesiegel ausgezeichnet.

Schon im 16. Jahrhundert werden im Saalachtal
Bader, Wunderheiler und Pfarrer als Betreiber
eines „Torfmoorbades“ urkundlich genannt. Diese
Überlieferung haben 7 Gemeinden im Saalachtal
wieder aufgegriffen. Sie gründeten eine Arbeits-
gemeinschaft mit dem Ziel, die Saalach aus der
hochalpinen Region kommend, einmal von unten
erforschen zu lassen. Mit Hilfe des Landes Salz-
burg und der Europäischen Union wurde eine
Tiefenbohrung auf 2.236 m fündig. Ein ausge-
zeichnetes Heilwasser mit 40° C Sohletemperatur
wird in allernächster Zeit das Saalachtal zu einer
Erholungs-, Heil- u. Bäderregion weiterentwickeln.

Seit dem Jahr 1625 sind im Mitterpinzgau im
Saalachtal wiederholt Badebetriebe bekannt (z.B.
Heilbad Neunbrunnen, Maishofen; Thermalquellen
Saalfelden). Die Heilquelle Gastag (Alm) wird seit
1921 als Erholungsheim und Badhaus betrieben.
Im unteren Saalachtal erinnern das Schloss Ober-
rain als ehemals bekannte Taverne am Rain mit
Badehaus für Sommerfrische und das bekannte
Schütterbad an den Badeort Unken. Am Ortaus-
gang von Unken verweist ein Stadel in der freien
Wiesenfläche auf eine wieder geschlossenen
Salzquelle. Danach folgen Bad Reichenhall mit
den berühmten Sole-Heilquellen und die Mozart-
stadt Salzburg mit ihrem bekannten Paracelsusbad.

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites