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Altes Saalachflussbett vor der Errichtung des
Stausees in Kibling/Gemeinde Schneizlreuth
(Blick nach Süden)

Saalachstausee mit Kiblinger Sperre
(Blick nach Norden)

Fischer und Wanderer erkunden mit einer
Fachkraft der Wasserwirtschaft die Saalach bei
Unterjettenberg
 

In vielen Regionen der Welt gibt es kaum oder
überhaupt kein Wasser, geschweige denn Trink-
wasser. Der Mensch kann jedoch ohne Wasser
nicht leben. In den Alpen und im Alpenvorland
zeichnen zahlreiche Bäche und Flüsse das Land-
schaftsbild. Wie aus Adern ineinander vernetzt,
werden wir hier mit dem Schöpfungssegen Wasser
ganzjährig versorgt.

Wir sind dankbar für diese Lebensgrundlage. Die
Saalach ist Mittelpunkt unserer Betrachtung. Sie
entspringt auf rund 1.940 m oberhalb der Saal-
wände östlich der Kitzbüheler Alpen. Sie wird von
mehreren Quellen gespeist. Als „Salpach“, wie sie
im Ursprungsgebiet und dem durchfließenden
Glemmtal genannt wird, ist sie wegen ständiger
Hochwassergefahr nahezu total reguliert worden.

Durch Besiedelung des Flussbettraumes hat sie
ihren Ausdehnungsraum für die bekannten Hoch-
wasser verloren. Verbauungsmaßnahmen folgten
den zerstörerischen Fluten (siehe Info-Anlage in
Viehhofen im Glemmtal und Maishofen im oberen
Pinzgau – Saalachtal). Im Raum Saalfelden
münden die Leoganger Ache und die Urslau ein.

Durch die Hohlwege (Engstelle von steil aufrag-
enden Felswänden) nach Weißbach und St. Martin
wird die Saalach mit einem Kraftwerk bestückt, das
mit Restwasser das folgende Flussbett versorgt
und so keine Unterbrechung des Gewässerlebens-
raumes verursacht. Kurz vor Lofer tritt sie in das
noch absolut natürliche Urflussbett ein, das für den
Gebirgsfluss kennzeichnend ist.

In naturnaher Art bewegt sich der Fluss durch
Unken und Schneizlreuth dem Saalach-Stausee
zu, der in den Jahren 1910-1913 für das erbaute
Kraftwerk in Kibling, Gemeinde Schneizlreuth,
erforderlich geworden ist. Die Staumauer
(Kibilinger Sperre) trennt sozusagen den
bisherigen Verlauf der Saalach von dem sog.
Unterlauf bis zur Mündung. Mit Einbau einer
weiteren Turbine konnte das bisher trocken
gefallene Flussbett seit Herbst 2004 wieder mit
Restwasser gefüllt werden.

Im Jahr 1822 war es möglich, einen uralten
Wunsch der Bewohner von Reichenhall in die Tat
umzusetzen. Die Saalach wird ab der Luitpold-
brücke in westliche Richtung aus dem Stadtgebiet
über Nonn, Staufenbrücke, in gerader Linie bis
auf Höhe der Autobahnbrücke umgeleitet. Das
Flussbett hat dadurch seine ursprüngliche Struktur
eingebüßt, wenngleich in den letzten Jahren durch
Einbau von rauhen Sohlschwellenschwellen eine
Verbesserung versucht wurde.

Durch die Zurückhaltung der Geschiebefrachten
erfolgte eine Verdichtung des Flussbettes, das
dem Gewässerlebensraum abträglich ist. In den
letzten Kilometern (11 km) bis zur Mündung in
die Salzach reihen sich zahlreiche Querbauten
aneinander (E-Werke, Sohlschwellen, Ausleitungs-
bauwerke), die den Fluss reglerecht zerstückeln).

Der Lebensraum für die Kleintierlebewelt, die ihre
Aufgabe in der ständigen Reinigung des Wassers
erfüllen, wird erheblich beeinträchtigt. Ganz zu
schweigen von einem natürlichen Fischnachwuchs,
der in solcher Situation kaum mehr Laichund Auf-
wuchsmöglichkeiten findet.

Zahlreiche Kleintiere beleben das Wasser in der
Saalach. Drehen Sie doch einfach auch einmal
einen Stein um. Sie werden staunen, was es alles
zu entdecken gibt (siehe Info-Anlage Luitpold-
brücke/Bad Reichenhall)

Natürliches Flussbett der Saalach mit Schotter-
umlagerungsflächen (Bachforellen- und Äschen-
region)

Röthelbach Altwasser vor Renaturierung –
Wiederbewässerung der Saalachau bei Baumgarten/Gemeinde Schneizlreuth durch
den Bezirksfischereiverein Saalachtal e.V.

Röthelbach Altwasser – Biotop nach Renaturierung

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites