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Mit der Zusammenlegung der Gemeinden Melleck
und Jettenberg wurde am 1. Juli 1909 die
Gemeinde mit dem amtlichen Namen Schneizlreuth
gebildet. Diese umfasste das Saalachtal ab der
Kiblinger Sperre (Saalachsee) mit wesentlichen
Teilen der Gebirgsstöcke Lattengebirge, Reiteralpe
(Reiteralm) bis zur Aschau, Landesgrenze Salzburg
(ehemals Jettenberg) und links am Ufer der
Müllnerberg, Gebersberg, Ristfeuchthorn und
Wendelberg bis zum Steinbach, Gemeinde Unken,
Land Salzburg.

Die Gemeinde Weißbach wurde am 25. September
1883 gebildet. Diese deckte das Weißbachtal mit
den beidseits aufsteigenden Bergen bis zur Land-
kreisgrenze Traunstein (Nachbargemeinde Inzell)
ab. Mit der Gebietsreform 1978 wurden die beiden
Gemeinden zur neuen jetzigen Gemeinde mit dem
amtlichen Namen Schneizlreuth vereinigt.

Die jetzige Gemeinde Schneizlreuth umfasst ein
Gebiet von 97 km2. Sie ist flächenmäßig die zweit-
größte Gemeinde im Landkreis Berchtesgadener
Land mit 1.600 Einwohnern.

Die ursprünglich auf dem früher eisfrei gewordenen
Gebiet Jochberg und Höllenbachalm (rund 850 m)
gesiedelten Bauern mussten wegen Wassermangel
die gerodeten und kultivierten Gründe wieder auf-
geben. Sie begannen weiter talwärts (ca. 600 m)
neu zu roden. Sie bewirtschafteten sonnseitig des
Weißbachtales ihre kargen Böden und hielten die
bisherigen Rodungsinseln als Almweide offen. Ein
über Jahrhunderte lückiger Siedlungsraum hat sich
über Generationen zu einem Dorf entwickelt, das
nicht zuletzt einem zusätzlichen Einkommen in der
Forstwirtschaft zu verdanken ist.

Der Jochberg ist heute noch das höchstgelegene
Siedlungsgebiet der früheren Untertanen (Bauern),
das seit der Römerzeit um 300 n. Chr. bereits wegemäßig erschlossen wurde. Womöglich waren
es bereits Kelten (1800 v. Chr.), die aus ihren
bekannten Wohnstätten in Kirchberg-Langacker im
Reichenhaller Kessel über den Listsee und Joch-
berg in westliche Richtung das Voralpenland
erreichten und den Saumpfad zur Erkundung
nutzten.

Wie die Saalach als Hauptfluss, hatte auch der
Weißbach seine damalige Orientierungsbedeutung,
jedoch einen in entgegengesetzte Richtung ver-
laufenden Schluchtgraben nach dem heutigen
Inzell, als die kürzere Wegstrecke. Säumer und
Kaufleute benutzten ihn. Die seinerzeitigen
Rodungsbauern profitierten davon. Wie zu der
Zeit notwendig, waren sie als Wach- und
Verteidigungsleute eingesetzt, um die Handels-
reisenden sowie die Warenkarawanen vor Wege-
lagerern und Überfällen zu schützen. Für Pferde-
transporte waren in dem bergigen Gelände Vor-
spanndienste an der Tagesordnung. Der Nachbar-
ort Unken ist hierfür ein klassisches Beispiel, wie
sich mit solchen Diensten das bäuerlich-handwerk-
liche Leben nach und nach im Dorf entwickeln
konnte.

Zum Bau von Pferdestallungen etablierten sich
erste Zimmerleute, denen der Schmied und Stell-
macher folgten. Den beiden Tälern (Weißbach-
und Saalachtal), die aus der Vorzeit bereits als
Durchgangstäler über die Alpen in den Süden
oder dem Pinzgau aufwärts zu den Erzbergbau-
gebieten bekannt waren (siehe Info-Anlage Vieh-
hofen und Leogang) kam plötzlich eine Binde-
gliedfunktion zu. „Es gibt keinen anderen Weg
nach…“ Dieser bekannte Ausspruch aus der
Schweiz sollte sich auch hier immer wieder in der
geschichtlichen Entwicklung finden. Leider nicht
immer zugunsten der Bewohner.

Bichleralm, als Beispiel der heute noch zahlreich
vorhandenen aktiven Almwirtschaften

Die Gemeinde Schneizlreuth besteht aus den
ehemals selbständigen Gemeinden Weißbach und
Schneizlreuth. Für die historische Entwicklung der
Gemeinde war ihre Lage an der so genannten
„güldenen“ Salzstraße wichtig. Das goldene Rad
im Wappen weist auf diese wichtige Verkehrsver-
bindung hin. Als im 17. Jahrhundert die Wälder um
Reichenhall nicht mehr genug Brennholz zur Salz-
gewinnung lieferten, ließ Herzog Maximilian von
Bayern eine Soleleitung nach Traunstein bauen.

Baumeister dieses technischen Meisterwerks, das
bis ins 19. Jahrhundert verwendet wurde, war der
Zimmermann Reiffenstuel. Da die Soleleitung auch
durch das Gemeindegebiet von Schneizlreuth
führte, fand sie im neuen Gemeindewappen gebührende Berücksichtigung. Der Dreiberg und
die beiden Kleeblätter sind aus dem alten Wappen
von Schneizlreuth entnommen. Der Dreiberg sym-
bolisiert die alpine Landschaft um Schneizlreuth,
während die Kleeblätter aus dem Wappen der
Freiherren von Lasser entlehnt sind, die beinahe
200 Jahre lang Grundherren im heutigen Gemein-
degebiet waren. Gleichzeitig weisen die Kleeblätter
auch auf die im Gemeindegebiet vorherrschende
Almwirtschaft hin.

Die neue Fahne zeigt drei Streifen in der Farben-
folge Gelb – Blau – Weiß. Sie ist mit aufgelegtem
Wappen zu führen. Im Jahr 1978 wurden die beiden
ehemals selbständigen Gemeinden Weißbach a.d.
Alpenstraße und Schneizlreuth anlässlich der
Gemeindegebietsreform zusammengelegt. Da
keine Eingemeindung, sondern eine Zusammen-
legung erfolgte, musste ein neu es Wappen für die
neue Gesamtgemeinde Schneizlreuth geschaffen
werden (siehe oben).

Seliger Winthir, Schutzpatron der Salzsäumer. Das
Denkmal steht am Haus des Gastes in Weißbach.

Gemeindewappen

„In Blau über silbernem
Dreiberg ein goldenes
Rad, aus dem göpel-
förmig drei silberne
Soleleitungen wachsen,
oben bereitet von je
einem goldenen Kleeblatt“

Kurzer Überblick über die geschichtliche Entwicklung
der Gemeinde Schneizlreuth:
3.Jhr.
Das Saalachtal gehört zur römischen Provinz Norikum
11. Jhr. Besiedlung des Weißbachtales
1212 Erstmalige Erwähnung der Ainöd-Seelau (Seelauer)
1219 Mautstation Melleck wird erstmalig erwähnt
1285 Erstmalig wird ein Landgut Schnaezenreut genannt
13. Jhr. Besiedlung am Jochberg
1346 Wegeausbau des Saumpfades über den Jochberg
für Karren zur „Güldenen Salzstraße“ (hohes Mauteinkommen)
1349 Erste urkundliche Erwähnung von Weißbach (1.8.1349)
1450 Ansiedlungen in Schneizlreuth
1590 Erste Poststation in Schnaezenreuth (Gasthaus Schneizlreuth)
16. Jhr. Bau der Straße vom Antoniberg zum Mauthäusl
durch Herzog Wilhelm
1617-1619 Fertigstellung der Soleleitung von Reichenhall
über Weißbach nach Traunstein
1638 Bau der Salinen-Kapelle Sankt Anna in Weißbach
1800-1809 Napoleonischer Krieg am Bodenbühel
1850 Bau der ersten Kirche in Schneizlreuth
1883 Gründung der Gemeinde Weißbach ( 25.9.1883 )
1892 Bau der ersten Betonbrücke Süddeutschlands in Fronau
1896 Bau der ersten Schule in Weißbach
1909 Gründung der Gemeinde Schneizlreuth (1.7.1909)
1911 Erste Post-Bus-Linie Salzburg-Lofer
1926 Bau des Kraftwerkes, der Saline Reichenhall in Unterjettenberg
1934 Bau der Deutschen Alpenstraße
1949 Bau der Kirche Maria Hilf in Schneizlreuth
1949 Bau der Kirche St. Vinzenz in Weißbach
1950 Gründung des Verkehrsvereins Weißbach (25.10.1950)
1951 Gründung des Verkehrsvereins Saalachtal (9.06.1951)
1976 Schneizlreuth u. Weißbach erhalten das Prädikat „Erholungsort“

Der Gruberhof liegt am Salz-/
Säumerpfad an der Jochbergstraße
im Weißbachtal. Die Firstpfette
weist die Datierung 1751 nach.
Ein Heiligenzyklus schmückt die
Giebelfassade dieses Traunsteiner
Gebirgshauses, einer Mischform
zwischen dem Salzburger Flachgau-
hof und dem südbayerisch-
nordosttirolischen Einhof.

Der Lenzenbauernhof an der B 21 in Ristfeucht
befindet sich im Grenzbereich der Hausland-
schaften des Berchtesgadener Landes und des
nordtirolischen-südostbayerischn Einfirsthofes.
Die Firstpfette ist mit der Jahreszahl 1775
datiert. Der Hof weist eine reiche Fassaden-
malerei mit Eckrustizierung, geschnitzten und
bemalten Vordachpfetten auf. Die Westfassade
zeigt ein Fenster mit einer noch früheren Fassung.
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites