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Maishofen (Blick nach Norden), heutiger Flussverlauf der Saalach
links bewaldete Moränenhügel, im Hintergrund Steinerne Meer

Liegender Hirsch
Zufallsfund vom Biberg aus der Spätlatènezeit (1. Jahrhundert v. Chr.).

Der heutige Zeller See reichte während der Eiszeit
bis zum Kühbühel. Das beim Rückzug des
Gletschers von den Eisrändern her durch das enge
Glemmtal abgeflossene Wasser in den Nacheis-
zeitsee in südliche Richtung in die Salzach,
transportierte ungeheuere Mengen an Schotter aus
den Schuttfeldern der nördlichen Kitzbüheler Alpen
in Hinterglemm. Dieser Moränenschotter wurde
über mehrere tausend Jahre nach Austritt aus dem
Glemmtal vor Maishofen auf den Seegrund
abgelagert.

Das Gletschergeröll häufte Moränenwälle auf, bis
schließlich diese von der Fluthöhe der Saalach
nicht mehr überwunden werden konnten. Die
Kehrtwendung des Fließgewässers war die Folge
(Lahnsteiner, Mitter- und Unterpinzgau, 1980:
„Bei Fundamentgrabungen in Atzing und Unterreit
habe man dort Glemmschotter gefunden, der sich
vom Salzachschotter leicht unterscheiden lässt.
Das ist ein Zeichen, dass die Saalach früher nach
Süden geflossen ist und den Schotter dort abge-
lagert hat.“).

Das Ergebnis dieser Naturereignisse ist heute der
Zeller-(Rest-)Eissee und das Landschaftsbild der
aufgefüllten Saalach als Trogtal mit einer Moränen-
kuppe bis vor das Schloss Prielau am Zeller See.
Seit der Zeit fließt nun die Saalach nach Norden
durch die Hohlwege in das Alpenvorland und
mündet nach ca. 90 km dort in die Salzach. Das
auf diese Weise entstandene, klimatisch begün-
stigte Nord-Südtal ließ folglich schon Menschen
aus der Steinzeit auf Nahrungssuche in das
Saalachbecken von Saalfelden vordringen.

Bajuwarischer Wirtschaftshof: Wohnhaus und
Stall in Form von zwei großen Ständerbauten,
einen hochgestelzten Vorratsspreicher und ein
Grubenhaus

Als Siedlungsort wurde im Jahr 1946 der Biberg
bei Saalfelden von Archäologen entdeckt. Für die
spätere Latenezeit (um 300 n. Chr.) waren hier
im heutigen Pinzgau die Ambisonten anwesend
und nördlich davon ein weiterer Stamm der Kelten,
die Alaunen. Deren Name leitet sich von der kelti-
schen Bezeichnung für Salz her. Die Burgstein-
region in Karlstein (Reichenhall) könnte ihr
Zentrum gewesen sein (F. Moosleitner, EuRegio,
„Heimat mit Geschichte und Zukunft“). Den Kelten
folgten die Römer.

Ein Gutshof in Wiesersberg ist deren Hinterlassen-
schaft. Nachdem die Römischen Legionen 450 n.
Ch. das Land nördl. der Alpen verlassen haben,
übernahmen mit den hier gebliebenen Romanen,
im 6./7. Jahrhundert die schon früher in das Land
südl. der Donau eingewanderten Bajuwaren, die
Führung. Sie wussten offensichtlich bereits von
dem fruchtbaren Saalachbecken in Saalfelden. Im
Alpenvorland bereits begonnen, setzten sie ihre
Rodungen auch hier im Saalachtal intensiv fort.

Ganz auf die Landwirtschaft ausgerichtet, bauten
sie schon mehrere Wirtschaftsgebäude mit Wohn-
haus aus. In Ständerbauweise ausgeführte Vorrats-
speicher und einfache Gebäude für handwerkliche
Arbeiten bildeten den Wirtschaftshof. Frühbaju-
warische Ortsgründungen in der Gegend erinnern
mit ihrer Namensendung „-ing“ ( z.B. Lenzing,
Pabing, Pfaffing, Letting usw.) an die ersten
Bauern im Saalfeldener Saalachtal.

Der Bajuwarenhof galt für viele als Vorläufer des
späteren Pinzgauer Bauernhofes. Die Verwendung
des Rindes als Zugtier, das Pferd als Trag- und
Reittier, das Schwein zur Fleischversorgung und
den vielen zugehörigen Kleintieren (Hühner,
Hunde usw.) passt in das Hofbild. Das „Haufen-
dorf“ hat sich daraus entwickelt. Erste urkundliche
bekannte Güter in Saalfelden werden um das
Jahrtausend schon bekannt (Letting um 927,
Ramseiden 888).

Urne aus einem Brandgrab
in der Taxau (zw. 1200 und
800 v. Chr.)

Römisches
Messer und
Zange; Biberg

Mit der Landnahme der Bajuwaren (Bayern) wurde
der gesamte Pinzgau im Saalachtal zum Hoheits-
gebiet der Bayern (Baiern). Von den Herzogen der
Bayern belehnt, übten die Grafen von Plain die
Herrschaft über den Pinzgau aus. Im Jahr 1228
erwarb der Erzbischof von Salzburg den gesamten
Pinzgau im Saalachtal. Mit dem Tod des letzten
Grafen von Plain ging auch deren Lehensherrschaft
im Pinzgau zu Ende. Die Salzburger Erzbischöfe
galten seit dem 12. Jahrhundert als Fürsten des
„Heiligen Römischen Reiches“. Sie herrschten seit
dem 14. Jahrhundert als Landesherren über ein
eigenes Land.

Dem Pfleger einer wichtigen erzbischöflichen Burg
war auch die Verwaltung des umgebenden
Gerichtsbezirkes übertragen. Der erste Pfleger auf
Schloss Lichtenberg war ab dem Jahr 1330 tätig.
Aufgrund der umfangreichen Schenkungen der
bayerischen Herzoge, Kaiser, Könige und Adeligen
seit dem frühen Mittelalter, verfügte das Erzbistum
Salzburg über reiche Besitzungen, die zu ordnen
und organisieren waren. Seit dem 11./12. Jahr-
hundert war der Amtmann o. Urbar (Grundbesitz)
Propst einer der wichtigsten Beamten des Grund-
herren.

Die verstreut bewirtschafteten Güter (seinerzeit
gab es noch keine territorialen Landesgrenzen)
wurden von einem Amt aus geführt. Das Urbaramt
Saalfelden gehörte zur Propstei Fusch. Der erste
Urbarrichter in Saalfelden ist seit dem Jahr 1466
bekannt. Für die bäuerliche Bevölkerung war es
die wichtigste Behörde (Finanzamt). Die Pflegge-
richte Lofer und Lichtenberg waren aus den älteren
Gerichtssprengel entstanden, die von den Grafen
von Plain an ihre Dienstmannen übertragen waren.

Schloss Lichtenberg: Der Pfleggerichtsbezirk von
Saalfelden umfasste die Täler der Urslau und das
Achental von Leogang sowie das Saalachtal von
Maishofen bis zum Weißbach b. Lofer. Die Pfleger
hatten u.a. die Burgen zur Landesverteidigung
und als Verwaltungsmittelpunkt instand zu halten.
Er konnte die Hochgerichtsbarkeit selbst ausüben
oder einen ihm unterstellten Landrichter über-
tragen (1339). Von 1850-1854 war Saalfelden
Bezirkshauptmannschaft für den Pinzgau mit Sitz
des Bezirkhauptmanns auf Schloss Lichtenberg.
Im Jahr 1867 erfolgte die Trennung der Gerichts-
barkeit von der Verwaltung; Saalfelden wird Sitz
des Bezirksrichters.
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites