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Gewässer-Info-Daten:
Quellbereich:
1.940 m südöstlich
der KitzbĂĽheler Alpen, oberhalb der
Saalwände im Glemmtal-Schluss
(Saalkar)
Länge: 103 km
70 km im Pinzgau (Land Salzburg)
19 km in Bayern (Landkreis
Berchtesgadener Land)
13 km sind Staatsgrenze
(miittig Flussbett)
Einzugsgebiet der Saalach: 1034 km²
Mündungshöhe: 404 m über NN
zwischen Salzburg (Ortsteil Liefering)
und Freilassing (Ortsteil Salzburghofen)

Die Saalach von den Bewohnern des Glemmtales „Ache“ genannt,
entspringt aus mehreren Quellen im Talschluss des Glemmertales.
„Sale“ ist im ältesten Güterverzeichnis Salzburgs urkundlich bekannt
(Noticia Arnonis, 788 n. Chr.). Erst im 17. Jahrhundert erscheint der
Name „Saalach“ neben der bisherigen Bezeichnung erstmals. Vom
Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert diente sie neben der Fischerei
hauptsächlich als Transportweg für die Sudpfannen der Saline in
Bad Reichenhall.
Im 19. Jahrhundert begann man geschiebefĂĽhrende FlĂĽsse mit
großen natürlichen Bedarfsflächen zu regulieren. Es ging darum
Kulturland zu gewinnen und dieses als Siedlungsraum vor Hoch-
wasser zu schĂĽtzen. Die zuletzt im 19./20. Jahrhundert bekannten
Hochwasser im Glemmtal mit ihren ungeahnten Schäden (Abtrag,
Uferanrissen, Hangschuttmassen, Murabgängen, Bachbettver-
legung) sind den Bewohnern noch in schrecklicher Erinnerung.
Kommt womöglich im ausgehenden Frühjahr noch die Schnee-
schmelze hinzu, sind die Bewohner samt Hab und Gut im gesamten
Saalach-Talraum bis zur Mündung höchster Gefahr ausgesetzt.
Während der Herbst- und Wintermonate geht ihre Wasserführung
jedoch auf ein Minimum zurĂĽck.
Dieser hochalpine Abflusscharakter ist stärker ausgeprägt als bei
der wesentlich größeren Salzach (ebenfalls ein Hochgebirgsfluss).
Im Jahr 1911/13 wurde der Saalachsee zur Energienutzung
errichtet. Flussabwärts befinden sich 3 Ausleitungsbauwerke zur
Energieversorgung und ein mehrere Meter hohes Querbauwerk.
Nach der sog. Kiblinger Sperre blieben 800 m als Trockenstrecke
liegen, die nun in wenigen Monaten mit Restwasser wieder belebt
werden. Die Saalach ist in ihrem Quellbereich ein typischer Wildbach
der Hochgebirgsregion. Er ist durch sein streckenweise groĂźes
Gefälle, bis hin zum Wasserfall, rasch und stark wechselndem
Abfluss mit zeitweise hohen Feststoffen und beträchtlicher
Geschiebefracht gekennzeichnet.
Von der Quelle bis zur MĂĽndung erblicken wir die Saalach von ihrer
UrsprĂĽnglichkeit bis zur gestaltenden Einflussnahme durch den
Menschen. Auf etwa 20 km ist die Saalach noch natĂĽrlich (Stein-
bach/Unken, bis Lofer/St. Martin b. Lofer, Ortsteil Scheffsnoth).
Naturnah ist sie ab der Stauwurzel Saalachsee/Palvner/Unterjetten-
berg bis zum Steinbach, Gemeinden Schneizlreuth.

Saalach mit Blick auf den Talschluss

Hochwasser 1987

Hochwasser 1929

Der silberne Wellenbalken versinnbildlicht den Fluss
Saalach und die silbernen Kugeln verweisen auf den
Hl. Nikolaus, der urkundlich 1410 neben dem Hl.
Bartholomäus nachweisbar ist. Der Schneekristall
und die gekreuzten Schi charakterisieren Saalbach
als den Ausgangspunkt des Winterfremdenverkehrs
im Lande Salzburg. 1898 brachte der Knecht Josef
Wallner die Kunde des Schilaufens in seinen Heimat-
ort, wo diese neue Sportart alsbald mit groĂźem Eifer
betrieben wurde.

Hochtorsee

 

Vor ca. 10.000 Jahren haben sich die Gletscher der Salzach und der Saalach aus dem Voralpenraum in
das „Innergebirge“ zurückgezogen. Sie hinterließen unterschiedlich große wannenartig ausgehobelte
Eintiefungen, die mit dem abflieĂźenden Gletscherwasser zum Teil aufgefĂĽllt worden sind. Man nennt die
noch vorhandenen Seen „Nacheiszeit-Seen“ (Rupertiwinkel, Höglwörther, Waginger- und Tachinger See).
Soweit solche Seen im Laufe von tausenden von Jahren mit verfĂĽllt und mit Niederbewuchs (Beeren-
sträucher, Heidekraut, Birke usw.) überdeckt wurden, entstanden Moore (Filze). Die wohl bekanntesten,
eiszeitlich geprägten Moore befinden sich zwischen Maishofen–Saalfelden, im Raum Ainring/Freilassing
und in den Surtälern im Rupertiwinkel. Die vor rund 250 Jahren meist noch waldfreien Gebiete wurden
oft systematisch „kultiviert“, d.h. entwässert und aufgeforstet. Verschiedentlich noch sichtbare Rest-
flächen wurden abgetorft, das Material als Energie (Brennmaterial) genutzt, als Streu für Viehstallung
verwendet oder je nach Beschaffenheit fĂĽr Heilzwecke aufbereitet (Bad Hochmoos, St. Martin b. Lofer).
Niedermoore sind flach und werden vom Grundwasser mit Nährstoffen versorgt. Auf diesen wachsen vor
allem Seggen, Schilf und vereinzelt Waldbäume.
Hochmoore haben sich aus Niedermooren entwickelt. Durch Entwässern und flächigem Torfabbau
beginnen sich die Torfschichten zu zersetzen und die in ihnen gebundenen Nährstoffe werden frei. Birke
und Kiefer mit dem bekannten Niederbewuchs (Heidekraut, Pfeifengras, Heidelbeeren), charakterisieren
das Landschaftsbild. Im Hochmoor sind nur wenige Tierarten beheimatet, wie z.B. Libellen (Info-Anlage
am neuen Saalachsteg in Hammerau, Gemeinde Ainring nach GrĂĽnau, Gemeinde Wals-Siezenheim und
etwa 800 m flussabwärts).

Saalbach-Hinterglemm im Herbst – Blick ins
Glemmtal
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzĂĽberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit UnterstĂĽtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites