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Völlig auf sich gestellt, konnten sich die Bewohner
des Glemmtales auf die Saline in Reichenhall ver-
lassen. Der Holzbedarf fĂŒr die Salzsudpfannen war
nahezu unersĂ€ttlich. FĂŒr die Zeit von 1520 bis 1867
benötigte man 61.148 Klafter Holz. Auf ein Jahr
verteilt waren es 120.000 Ster Holz.
Seinerzeit wurden jÀhrlich rund 300.000 Zentner
Salz erzeugt, wozu fĂŒr 1.000 Zentner etwa 630 Ster
Brennholz verbraucht wurden. Die Holzbringung war
nicht nur eine harte Arbeit, sie war vor allem
gefĂ€hrlich. Das Holz musste schließlich in einem
guten Zustand ins Tal gebracht werden.
Es gab nur die Axt, keinen Seilzug, keine Straßen.
Ochsen- und Pferdegespanne konnten frĂŒhestens
im Talbereich eingesetzt werden. „Riesen“ und
„Triften“ wurden von diesen Ă€ußerst geschickten
Menschen am Steilhang oder in der Schlucht
genutzt. Jede ungeschickte Bewegung konnte fĂŒr
sich, aber genau so schnell fĂŒr den Kameraden
lebensgefÀhrlich werden. Trotzdem liebten die
Holzknechte ihre Arbeit.

Nach der Keltenzeit und zu Beginn des Römer-
reiches (etwa 15 v.Chr. bis 400 n.Chr.)
begannen die Vorfahren heutiger Familien im
Glemmtal weiter zu roden. Um 800 n.Chr.
verstÀrkte sich durch eingewanderte Bajuwaren
die Landkultivierung zusehends. Im Laufe von
Generationen entstand aus der „Schwaige“
(Hofstelle) der sog. Paarhof, der ebenfalls voll-
stÀndig aus Holz aufgebaut wurde. Waren die
ersten Menschen im Saalachtal und in den
höheren Lagen der SeitentĂ€ler als FrĂŒchte-
sammler, JĂ€ger und Fischer unterwegs,
verraten aus der Zeit um 1800 – 1250 v. Chr.
heute noch sichtbare Spuren von einem jahr-
hunderte florierenden Kupferbergbau im
Glemmtal. Im Gemeindegebiet Saalbach
Hinterglemm war er jedoch weniger
ausgeprÀgt.

Die Bergbauernfamilien im hinteren Glemmtal waren
weiterhin allein gelassen auf sich gestellt. Zu den kargen
WeideflÀchen auf den Gipfeln der ringsum mittelgebirgs-
artigen Berge schufen sie ihre KulturflÀchen durch
Rodung. Abseits jeglicher Hilfe einer fortschreitenden
Zivilisation sorgten sich um ihr tÀglich Brot. Sie wussten
um die tÀglichen Gefahren, die z.B. bei jeden Regen
oder einer Schneeschmelze auf sie zukommen konnten.
Wenn WildbĂ€che um den Hof in minutenschnelle Wasser- massen ins Tal stĂŒrzen lassen oder Lawinen Haus und
Hof gefÀhrden und Murren wertvolle, hart erarbeitete
NutzgrĂŒnde zerstörten. Der Wald war von Anfang an fĂŒr
sie von lebensnotweniger Bedeutung. Trotzdem forderten
die grĂ¶ĂŸer gewordene Familie immer mehr KulturflĂ€chen
um zu ĂŒberleben. So kam man dem Talraum immer
nÀher. Dieser geriet immer weiter in BedrÀngnis, wenn
das alljÀhrliche Hochwasser seinen angestammten Platz
ĂŒber die verbauten Ufer hinaus einnahm.

Holztransport

Die Arnika gedeiht auf
trockenen, mageren und
sauren Böden und ist eine
der bekanntesten und
Ă€ltesten Heilpflanzen in
unserer Alpenflora.
Sie ist jedoch geschĂŒtzt
und darf deshalb nicht
gesammelt werden
(Nowotny).

 

Schwaige Krumpfeichten, das Eibinggut

Saalbach-Hinterglemm
im Winter 1913

Saalbach-Hinterglemm
im Sommer

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Ein grenzĂŒberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit UnterstĂŒtzung des Regional-
managements Pinzgau

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Gefördert von der
EuropÀischen Union
mit Mitteln aus dem
EuropĂ€ischen Fond fĂŒr
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites