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Ein bedeutender Einschnitt in das Lieferinger Land-
schaftsbild  war die Regulierung von Saalach und
Salzach, nach dem am 1. Mai 1816 nach mehr-
fachem Herrschaftswechsel Salzburg endgültig
österreichisch wurde. Der ehemalige Rupertiwinkel
ging verloren, die Saalach wurde Landes- und
zugleich Staatsgrenze, Liefering zum Grenzdorf.
Als Grenzscheide war die Mitte der Flüsse verein-
bart worden.

Doch in der Natur ließ sich die jeweilige Flussmitte
nicht verbindlich feststellen, nicht einmal die
Hauptflussverläufe konnten ermittelt werden. Die
alljährlichen Hochwasser und Überschwemmungen
nach der Schneeschmelze im Frühjahr haben
immer wieder zu veränderten Verläufen geführt.
Dabei entstanden Kiesbänke und zusätzliche,
weitläufige Nebengerinne, dieim Jahr darauf schon
wieder verschüttet sein konnten. Die einzigen
verbindlichen Uferlinien waren mancherorts die oft
bis zu mehrere Meter steilabfallenden
Böschungen und Geländekanten, die auch heute
noch erkennbar sind.

Österreich und Bayern haben deshalb die Regu-
lierung und Begradigung der Grenzflüsse mit dem
Ziel einer „durchgreifenden Korrektion“ vereinbart.
Dazu wurde am 24. Dezember 1820 zwischen
beiden Ländern ein Vertrag mit dem Untertitel „Die
Richtung der nassen Grenze an den Flüssen Saale
und Salzach“ geschlossen. Die „Rektifikation“
(Berichtigung) erfolgte nach einer Trasse, die auf
einer 1817 aufgenommenen „Fluß-Karte der Sala
und Salzach zur Gränzregulierung“ festgelegt wurde.
Dabei soll keine Rücksicht genommen werden, ob
einem der beiden Uferstaaten dadurch Verluste
oder Zuwächse an Grund und Boden entstehen.
Allein die Mitte des zu schaffenden „Hauptrinnsals“
soll die „wahre Grenze“ bilden.

Auch die Finanzbehörden waren daran höchst
interessiert. Denn durch die Regulierungen wurden
nicht nur neue Flächen für die landwirtschaftliche
Nutzung gewonnen, sondern auch wertvolles
Bauland. Durch die genaue Erfassung und Ein-
stufung der Grundstücke entstanden verbindliche
Unterlagen zur Besteuerung. Die Anlage von
Böschungen und Uferbauten hat Jahrzehnte

Gezeichnetes Modell
einer Salzburger Plätte
von Werner Hölzl
 

in Anspruch genommen. Durch die fortschreitende
Regulierung und die damit bedingte Eintiefung der
Hauptgerinne verschwanden sämtliche Altarme und
Nebengewässer. Aus diesem Grund und durch die
stärkere Strömung ging auch der Fischbestand
erheblich zurück.

Die zunehmende Ertragslosigkeit der Gewässer
war daher die Ursache, dass auch die Lieferinger
Fischer immer weniger wurden. Peter Pfenninger,
der letzte verbliebene Fischmeister, schenkte
deshalb 1877, im Fall seines Ablebens, seine
Fischereirechte auf ewige Zeit der Steuergemeinde
Liefering.

Im Zuge der grenzziehenden Regulierungen
wurden die Flussstrecken teilweise um bis zu 8%
verkürzt und durch die Eintiefung konnte die Floß-
und Schifffahrt wesentlich erleichtert werden. Die
Regulierung der Salzach im Salzburger Stadt-
gebiet erfolgte zwischen 1845 und 1867, doch in
den Grenzbereichen wurde bis 1930 an den
letzten Ausbauten gearbeitet.

Autor: Werner Hölzl

Viele traditionsreiche Gemeinsamkeiten zwischen
Südostoberbayern und Salzburg haben nicht erst
seit Bildung unserer EuRegio zu einem neuen
Gefühl der Zusammengehörigkeit geführt.

So sei daran erinnert, daß es über Jahrhunderte von
der Salzburghofener Au nach Muntigl, im Bereich der
heutigen Saalachmündung eine Überfuhr gab, die
bereits in karolingischer Zeit bezeugt ist. Der 1914
eingestellte Fährbetrieb wurde im Oktober 1927 bis
zum Ende des Zweiten Weltkriegs erneut aufge-
nommen.

Nun ist ein Steg geplant, der in absehbarer Zeit den
Lieferinger Saalachspitz mit der Freilassinger Au
verbindet.




Die Überfuhr von der Salzburghofener Au nach
Muntigl, gezeichnet nach der Flusskarte 7024,
Sekt. V, (1817 ) aus der Universitätsbibliothek
Salzburg, von Werner Hölzl. Zur Orientierung
sind die heutigen Flussverläufe hervorgehoben
.

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites