Hier geht es zurŁck zur HauptŁbersicht Seite 1Seite 2Seite 3 Seite 4Hier geht es zur Homepage

Das Bad Reichenhaller Becken liegt am Nordrand der Kalkalpen und öffnet
sich Richtung Osten zum Salzburger Becken. Es wird umrahmt vom Hoch-
staufen und Zwiesel in Nord und West, vom Lattengebirge und dem Unters-
berg im S√ľden. Das Becken liegt auf einer Bruchzone ‚Äďder Saalachst√∂rung‚Äď
entlang der sich die Erdkruste auseinanderbewegte und die zentralen
Bereiche eingesunken sind. Zus√§tzlich sch√ľrften die Saalachgletscher der
letzten Eiszeiten diese zerr√ľttete Bruchzone zu einem Trogtal aus und
hinterließen an beiden Seiten steile Talflanken.

Der Saalachgletscher vereinte sich im Salzburger Becken mit dem Salzach-
gletscher und beide reichten √ľber Laufen/Oberndorf bis Burghausen hinaus.
Beim R√ľckzug und Abschmelzen der Gletscher zu Beginn der heutigen
Wärmeperiode vor ca. 10.000 Jahren bildete sich ein See an der Gletscher-
zunge. Dieser Salzburger See, der bis ins Bad Reichenhaller Becken reichte,
wurde durch die von den Gletschern transportierten und an der Stirn abge-
lagerten Schuttmassen aufgestaut.

Mit dem fortschreitenden Abschmelzen der Gletscher im Gebirge transpor-
tierten dieSaalach und Salzach große Mengen an grobem Schutt und Fein-
material, die sich im Salzburger See ablagerten und √ľber die letzten Jahr-
tausende zu seiner Verlandung f√ľhrten. Durch wiederholte Hochw√§sser
wurden die Seeablagerungen durch gewaltige Schuttmassen √ľberlagert und
später entlang der Flussläufe wieder abtransportiert. Am Beckenrand blieben
erhöhte Flussterrassen, die einen gewissen Schutz vor Überschwemmungen
boten und das bevorzugte Siedlungsgebiet der Kelten und Römer waren. Im
tiefer gelegenen Schwemmland veränderte der Fluss mit jedem Hochwasser
sein Bett und das Gebiet war lange Zeit ungeeignet f√ľr jegliche Bewirt-
schaftung.

Im Mittelalter begann man Bad Reichenhall durch Dammbauten vor Hoch-
w√§ssern zu sch√ľtzen und die Saalach nach Norden abzudr√§ngen. Jedoch
erst mit der 1822 begonnenen Flussregulierung, zwängte man die Saalach
in ein enges Flussbett mit monotoner Flussstruktur. Seither hat sich die
Stadt fast √ľber das gesamte Schwemmland ausgedehnt. Mit der Regulierung
und dem Geschiebeverlust im Flussbett durch die Kiblinger Sperre hat sich
die Saalach erheblich angetieft und der Grundwasserspiegel ging deutlich
zur√ľck ‚Äď die artenreichen Auw√§lder sind verschwunden. Erst durch k√ľnstliches
Einleiten des Wassers aus dem Grabenbach seit den 80er Jahren konnte ein
Teil der alten Aulandschaft (Marzoller Au) wieder geflutet werden, in der sich
nun seit einigen Jahren die fr√ľhere Flora und Fauna wiedereinstellt.

Bad Reichehall in seiner Ausdehnung (2001) im Hintergrund der
Hochstaufen mit Zwiesel (zum Vergleich 16. Jahrhundert, Info-
Pavillon an der Luitpoldbr√ľcke, Bad Reichenhall)

Die Landschaft des Salzburger Beckens am Ende der letzten Eiszeit - Original im Haus
der Natur, Salzburg

Das Salzburger- und Bad Reichenhaller Becken am Ende der letzten Eiszeit vor ca.
10.000 Jahren. Der ‚ÄěSalzburger See‚Äú hatte eine Gr√∂√üe wie der heutige Gardasee.
Dieser See bildete sich nach jeder der letzten vier Eiszeiten (G√ľnz, Mindel, Ri√ü, &
W√ľrm) beim R√ľckzug der Talgletscher. Die Darstellung des Salzburger See versucht
die Dynamik dieser Gletscherseeentwicklung einzufangen. Zu Beginn der Warmzeit
staute sich das Schmelzwasser innerhalb der Moränenwälle. Die Ausdehnung und die
Spiegelhöhe war Abhängig von der Höhe der Schuttwälle und deren Standfestigkeit.

In der Mindel-Riß Warmzeit lag der Seespiegel bei 530m und zu Beginn der jetzigen
Warmzeit bei 480m Seeh√∂he. Br√ľche der Mor√§nenschuttw√§lle f√ľhrten zum Absenken
des Seespiegels und zur Gliederung in einzelne Teilbecken (z. B. Bad Reichenhaller
See) die durch Schwellen (Walserberg und Högl) vom Hauptsee getrennt waren. Der
Gletscherr√ľckzug wurde immer wieder durch kurze Gletschervorst√∂√üe unterbrochen und
die Lebenszeit der Gletscherseen im Bereich kleinerer Zungenbecken, wie nördlich des
Weißbachtales, war oft nur wenige Jahre und sie hinterließen auch kaum Spuren.

Typische Zeugen dieser Gletscherseen sind Konglomeratgesteine am ehemaligen
Seeufer und auf Schwellen innerhalb des Sees, die √ľber dem heutigen Talboden
liegen (z. B. Konglomerate beim Walserberg und Mönchsberg in Salzburg).

Verlauf der Saalach vor und nach der Regulierung und Standpunkte der Kelten und Römersiedlungen
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenz√ľberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterst√ľtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europ√§ischen Fond f√ľr
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites