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Die im letzten Jahrhundert errichteten Kraftwerksperren verhindern die
ökologische Durchgängigkeit der Saalach und nehmen so den Fischen
den n√∂tigen Freiraum f√ľr die nat√ľrliche Fortpflanzung.

Der Geschiebetransport wird durch die Sperren erheblich beeinträchtigt.
Der Grundwasserstand in den flussbegleitenden Auwäldern hat sich
stark abgesenkt. Die Schlämmung der sich absetzenden Schwebstoffe
vor den Wehren f√ľhrt kurzzeitig zur Schlie√üung der sauerstofff√ľhrenden
Kieshohlräume im Flussbett. Die darin befindlichen Nährtiere kommen
in höchste Gefahr und sterben unter Umständen ab.

Restwasser im sogenannten Dumpfen nach der Kieblinger Sperre

Schlammablagerung im Saalach-
see vor der Kieblinger Sperre

Trockenstrecke mit versickernden
Wasserflecken nach Hochwasser

Sie stehen an der Saalach und finden womöglich das
leere Flussbett vor. Verständlicherweise ein trauriger
Anblick ‚Äď aber mit geschichtlichem Hintergrund.

Der Bau von Wasserkraftanlagen f√ľhrt meist zu einem
weitreichenden Verlust der nat√ľrlichen Strukturvielfalt.
Wertvolle Strukturelemente des Fließgewässers gehen
verloren. Der stoffliche und räumliche Gewässerverbund
wird hier unterbrochen. Die negativen Auswirkungen mit
Bestandsbedrohung der Fische liegen auf der Hand.

Schwellbetrieb wie auch die Abgabe von zu wenig bzw.
keiner ‚ÄěRestwassermenge‚Äú in die sogenannte Ausleitungs-
strecken verursachen nachhaltige Beeinträchtigungen des
Gew√§sserlebensraumes. Diese unnat√ľrlichen Wasser-
standsschwankungen bis hin zum Trockenfallen ganzer
Gewässerabschnitte sind naturgemäß nicht verkraftbar.

Mit Beschluss am 5. August 1910 hat das königliche
Bezirksamt Berchtesgaden der königlich-bayerischen
Verkehrsverwaltung die Genehmigung zur Errichtung
einer Wasserkraftanlage an der Saalach unter der
Bedingung erteilt, dass von der Anlage keine Gefahren
noch Belästigungen zu erwarten seien; die besonderen
Interessen des Kurortes mit Orts- und Landschaftsbild
gewahrt bleiben. Ebenso war man u.a. bedacht, mit der
Geschiebeverfrachtung durch Hochwasser das Flussbett-
Gleichgewicht unterhalb der Sperre zu gewährleisten.

Trotz aufwendiger Bem√ľhungen konnte nicht verhindert
werden, dass dem nat√ľrlichen Geschiebetransport durch
Lastkraftverkehr nachgeholfen werden muss.
Die nach jedem Hochwasser versickernde Saalach nach
der Sperre zeigt sich hier deutlich lebensunfreundlich
und f√ľr die Fische als lebensbedrohende Steinw√ľste.
Die strömungsliebenden Salmoniden (u.a. Forellen und
√Ąschen) ziehen bei √úberstr√∂mung des Flussbettes nach
√Ėffnung der Schleuse sofort flussaufw√§rts. Die im Rest-
wasser der Stauanlage verbliebenen Fische werden trotz
Fluchtversuche durch die gewaltige Sogwirkung nach
unten abgedriftet.

Das √ľberflutete Trockenbett der Saalach wird nach
Schließung der Schleuse, Abfluss und Versickerung des
verbleibenden Wassers f√ľr die an das Wassergebunde-
nen Tiere zur tödlichen Falle. Die im Gumpen (tiefes
Wasserloch) unterhalb der Sperre und in verschiedenen
T√ľmpeln und Niederungen im Flussbett zur√ľckge-
bliebenen Fische sind rechtzeitig einzufangen und in
den Hauptfluss bzw. Saalachsee zur√ľckzusetzen. Bei
jährlich 30 bis 35 Einsätzen mit Elektrogeräten ver-
suchen die Fischer, oft unter schwierigsten Umständen
der Fischnacheile nachzukommen.
 

Die Deutsche Bundesbahn, als Betreiberin des
Wasserkraftwerkes Kiebling, beabsichtigt die
Errichtung eines Restwasserkraftwerkes an der
bestehenden Wehranlage.

Es ist vorgesehen, neben der zusätzlichen
Energiegewinnung einen Teil des Wassers der
Trockenstrecke zuzuf√ľhren. Mit einer der
ökologischen Funktionsfähigkeit des Flusses
gerechtwerdenden Menge, die das gesamte
Flussbett flutet, soll auch das zur Zeit erheblich
beeinträchtigte Orts- und Landschaftsbild
wieder aufgewertet werden.

Der Bezirksfischereiverein Saalachtal e.V. Bad
Reichenhall erkennt darin dankbar einen ersten
ermutigenden Schritt zu einer Korrektur dieses
nicht mehr zeitgerechten Zustandes.

Abwarten des Geschiebetransports √ľber die
Staumauer vor der Fischnacheile

Fischer im Einsatz mit dem Netz

Fischnacheile mit E-Geräten unterhalb des
Triftrechenabsturzes

Einsammeln der Fische zum R√ľckbesatz

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenz√ľberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterst√ľtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europ√§ischen Fond f√ľr
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites