Hier geht es zurück zur Hauptübersicht Seite 1Seite 2Seite 3Seite 4Hier geht es zur Homepage

Im Vordergrund turbulente bis reiĂźende
Strömung (Forellenregion). Im hinteren
Teil des Bildes schnellflieĂźendes, kaum
noch wellige Strömung mit hohem
Wasserstand (Ă„schenregion).

Darunter versteht man ein Gewässer, das die Voraussetzungen für die
hierfür spezialisierten Lebensgemeinschaften von Fischen erbringt. Vereinfacht gesagt, ganzjährig kaltesklares schnellfließendes Wasser
mit Ausnahme der Durchgängigkeit im Unterlauf bis zur Mündung. Die
Bachforelle, Regenbogenforelle, Ă„sche und Koppe sind unsere heimischen
Fische in der Saalach. Nach dem Leitfisch, der am besten geeigneten
und damit auch am häufigsten vorkommenden Fischart, werden Fluss-
abschnitte als „Regionen“ bezeichnet. Der Allgemeinbetrachter und
Nichtfischer erkennt dies auch als sehr tosendes, ĂĽber Fels oder sonstige
Hindernisse stĂĽrzendes turbulentes Wasser ohne Wellenschlag (Forellen-
region) – das nachfolgend klare ruhige schnellfließende Wasser mit
wechselnder Strömung kennzeichnet die Äschenregion. Beide Salmoniden-
arten sind Raubfische. Sie bestimmen die Leitbilder in der Saalach. Die
Koppe hält sich nahrungssuchend als Kleinfisch hauptsächlich im und am
Rand des Flussbettes unter Steinen auf. Sie selbst ist wiederum groĂźteils
Nahrungsfisch für die größeren Forellen und Äschen.

Ein typischer Forellen-Gebirgsbach mit
hohem Gefälle, der über stufenförmige
Wasserfälle in die Saalach mündet.
MuĂźbachfall am Saalachtalradweg
(Naturdenkmal)

Typischer Gebirgsbach mit groĂźen Gesteins-
brocken und starkem Gefälle. Mündungsbereich
des Schwarzbach im Unterjettenberg

Salz – kostbar wie einst und heute. Ohne dieses
edle Mineral ist der menschliche Körper nicht
lebensfähig. Wir schätzen Salz heute kaum mehr,
weil es in Ăśberfluss vorhanden und billig ist. Man
kann es sich nicht mehr vorstellen, unter welch
schwierigen Umständen und hohem Energieauf-
wand im Mittelalter Salz produziert wurde. Das
Meer als unerschöpfliches Salzlager beschenkt
auch die Alpenstadt 2001. Obwohl das Salz als
hochwertige Sole zutage tritt, waren fĂĽr die Salz-
gewinnung hohe Energiekosten aufzuwenden. Die
vielen kleinen und urtĂĽmlichen Siedereien hatten
einen enormen Holzbedarf.

Neben dem gesundheitlichen Teil des Salzes war
nach dem sinnbildhaften Ausspruch vom “Weißen
Gold” der wirtschaftliche Gesichtspunkt erheblich.
Wenn man bedenkt, dass im Jahre 1679 die
salinarischen Leistungen dem Herzogtum Bayern
31% des Staatshaushaltes einbrachten.

Die Unmengen Holz fĂĽr die Feuerung der Sud-
pfannen hatten bald die Waldungen der
Umgebung aufgebraucht. Die nächstgelegenen
groĂźen Waldungen waren im Pinzgau. Ein
ausgeklĂĽgeltes Schwemmsystem auf der Saalach
und den Nebenbächen vermochte dieses schier
unlösbare Problem von existenzieller Bedeutung
zu bewältigen. Die Saalach wurde wieder einmal
zum Lebensnerv der Stadt. Sie wird als Haupttrift-
gewässer zum einzigen Transportweg und Energie-
träger; ein wirtschaftliches Unternehmen von
unvorstellbarem AusmaĂź, dass die gesamte
Flussregion umfasste.

Damit die aufgearbeiteten Holzstämme von den
höheren Lagen der Bergwaldungen ins Tal ver-
frachtet werden konnten, hat man die bei
Schneeschmelze wasserführenden Nebenbäche
der Saalach mit genutzt. Man baute sogenannte
„Klausen“, u. staute so das Wasser im Oberlauf,
um die darin gelagerten Hölzer bei Öffnung des
Ziehtores in der Mitte der Klause mit einem
gewaltigen Schwall talwärts zu bringen.

Rötelbachklause
 

Ausgeprägte Flussdynamik und Flussbett-
struktur mit Kies-/Sandablagerungen

Wiederholte Streitigkeiten ĂĽber Jahrhunderte alte
Rechtsverhältnisse (Verträge, Vereinbarungen,
Reichtsableitungen, usw.), ĂĽber die kaum noch
überschaubaren Holzbezugsrechte (mit der „Wald-
ordnung“ von 1507 abgegrenzten Saalforste im
Pinzgau), wurden ĂĽberwunden. Nach den Wirren
der napoleonischen Kriege in Europa kam 1809
das Hochstift Salzburg zu Bayern. Die jetzige
Territorialgrenze zwischen Ă–sterreich und Bayern
wurde 1816 endgĂĽltig bestimmt. In der Salinen-
konvention von 1829 zwischen Bayern und Ă–ster-
reich wurden alle bisherigen Eigentums- und
Rechtverhältnisse neu geregelt. In der Kernaus-
sage wurden die Saalforste auf K. u. K. öster-
reichischem Staatsgebiet samteigener bayer.
Forstverwaltung, „Die oben genannten Wälder
werden Bayern auf ewige Zeiten und unwiderruflich
überlassen“, bestätigt.

Im Gegenzug wurde Ă–sterreich das alte Salzburger
Recht auf unbegrenzten Salzbergbau unter
ehemals fürstpröbstlichem berchtesgadener Gebiet
am DĂĽrnberg auf ewige Zeiten zugestanden. Was
den Vertrag auszeichnet ist die aus ihm
sprechende Achtung vor Tradition und Nachbar-
schaft und sein Bestand ĂĽber alle politischen Um-
wälzungen hinweg, so dass er heute als ältester
noch gĂĽltiger Staatsvertrag Europas angesehen
wird. In diesem Europa, das bald seinem
Zusammenschluss einen Schritt näherkommen
will, darf die Salinenkonvention als Beispiel fĂĽr
völkerrechtliche und verfassungspolitische Klugheit
gelten.

Die aus Steinquader errichteten AbstĂĽrze im
Flussbett sind ein Relikt der Triftanlage

Wasserregulierungsschleusen und Triftrechen

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzĂĽberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit UnterstĂĽtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites