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der Bezirksfischereiverein Saalachtal e.V. Bad
Reichenhall besteht seit ĂŒber 50 Jahren. GemĂ€ĂŸ
seiner Satzung als Mitglied des Fischereiverbandes
Oberbayern e.V., und damit auch des Landes-
fischereiverbandes Bayern e.V., verfolgt er die
Ziele des Arten-/GewÀsserschutzes und ist als
aktiver Naturschutzverein.

Die Beschilderung des Informations- und Natur-
erlebniswanderwegs an der Saalach versucht,
unter Einbeziehung des standortgeschichtlichen
Umfeldes, wie den flussbegleitenden Auwald,
den Talraum mit den QuellnebenbÀchen, sowie
den von Menschen geschaffenen Nutz- und
Kulturraum, die Saalach als Lebensraum fĂŒr
zahlreiche Tiere und Pflanzen zu vermitteln.

Die Wanderwegstrecke fĂŒr Fahrradfahrer und Fuß-
gÀnger betrÀgt, in Teilstrecken gegliedert, etwa
90 km. Die Informationen sind ab MĂŒndung der
Saalach beim sogenannten Saalachspitz in die
Salzach abwechselnd jeweils am Flußufer nach
den Orientierungstafelnerlebbar. Die Gesamt-
anlage ist so ausgerichtet, dass Flußabschnitte
vor Ort erwandert werden können.

Erleben Sie mit Ihren Kindern oder Freunden
Ihre eigene Heimat oder Ihre Ihnen liebge-
wordene Ferienregion – das Saalachtal. Nehmen
Sie sich Zeit!

Freizeit- und Erholungsraum Saalachtal

FlĂŒsse stellen immer ein verbindendes Element
dar. Sie sind stille Botschafter fremder Regionen
und ferner LĂ€nder und vereinigen insbesondere
Natur und Kultur. Die an ihrem Lauf liegenden
Orte sind geprÀgt von der typischen Flussland-
schaft und eingebundenin ein großes, oft
gesamteuropÀisches Flusssystem. Sowohl Mensch
als auch Tier finden hier Lebensgrundlage und
Lebensraum. Diesen zu erhalten erscheint heute
wichtiger denn je.

Mit Blick vom 2.009 m hohen Saalkogel befinden
wir uns östlich der KitzbĂŒheler Alpen auf 1.940m
im Quellgebiet der Saalach. Die erste grĂ¶ĂŸere
Ansiedlung am Fluss fĂŒhrt ihren Namen
„Saalbach“. Auf 102 km LĂ€nge – vom Ursprung
bis zur MĂŒndung – zwischen den StĂ€dten Salzburg
und Freilassing mit 404 m ĂŒber NN in die Salzach,
verlÀuft sie 33 km im Landkreis Berchtesgadener
Land. Begleitet wird die Saalach von einem lichten
Auwald, der eng mit dem Lebensraum Wasser
verbunden ist.

Ein Erbe aus der vorrömischen Zeit sind die Fluß-
namen von Salzach und Saalach (Sala). Der
Name „Sala“ erscheint in dieser Form schon in
der Notitia Arnonis, dem Àltesten Salzburger
GĂŒterverzeichnis. Erst im 17. Jahrhundert tritt
daneben auch der Name „Saalach“ auf (Histor.
Atlas von Altbayern, Helga Reindl-Schedl, 1989).

Wasser- und Fischereiheiliger St. Zeno
„bewaffnet“ mit dem Bischofsstab und
einer Angelrute, den Teufel besiegend.
Italienischer Holzschnitt 1664

Stadt Bad Reichenhall mit Saalach und Triftanlagen
Malerei nach Vorlage aus dem 16. Jahrhundert,
Quelle: Stadtarchiv
 

Die Siedlungsspuren im Saalachtal reichen bis in die graue Vorzeit.
Die Saalach war bereits damals wie heute richtungsweisend von
Nord nach SĂŒd oder spĂ€testens zur Römerzeit auch umgekehrt.
Der Ackerbau wurde bereits in der bayerischen Landnahme deutlich
fortgesetzt. Bauern aus dem Alpenvorland – dem Salzburger- und
Reichenhaller Becken – zogen saalachaufwĂ€rts bis in das frucht-
bare Becken von Saalfelden und ließen sich dort nieder, nachdem
die geeigneten FlÀchen urbar gemacht waren. Ortsbezeichnungen
verweisen darauf. Die Besiedlung und der Nutzen verbinden sich
seit dem frĂŒhem Mittelalter auch mit der Energiegewinnung aus
Holz.

Die volkskundliche Vielfalt und regionale Eigenart zeigen sich
selbst bei einer der kurzen virtuellen Reisen entlang der Saalach.
Mit dem sich stÀndig Àndernden Fluss wechseln Dialekte, Haus-
formen, Trachten und ErzÀhlgut. Zugleich war der Fluss immer
auch Grenze hoheitlicher Territorien. Doch wichtiger war seit jeher
sein darĂŒber hinwegverbindender Charakter und seine soziale
Bedeutung.

Das Bauernland gehörte bis zur Grundentlastung 1848 den Grund-
herrschaften, u.a. dem Salzburger Domkapitel, dem Bistum
Chiemsee, der FĂŒrstprobstei Berchtesgaden und der Krone
Bayern, um nur einige zu nennen.

Neben dem Fremdenverkehr leben die Menschen im Saalachtal
noch heute ĂŒberwiegend von der Land- und Forstwirtschaft. Der
„bĂ€uerliche Pinzgau“ erstreckt sich saalachabwĂ€rts bis vor die Tore
der Kurstadt Bad Reichenhall. Er lĂ€sst ĂŒber die politische Grenze
hinweg keine Unterschiede erkennen. Weder im Orts- und Land-
schaftsbild, der Hauslandschaft, noch im alltÀglichen Leben der
Menschen.

Bad Reichenhall ist die grĂ¶ĂŸte zentralörtliche Siedlung am Verlauf
der Saalach. Der Fluß verbindet die am Ausgang der nördlichen
Alpen liegende Stadt mit dem inneralpinen Raum. Bis zur BlĂŒte-
zeit im 12./13. Jahrhundert spielte die Saalach fĂŒr die Stadt eine
unersetzliche Rolle als Schiffahrtsweg und bis in das 19. Jahr-
hundert als TriftgewÀsser zur Versorgung der Saline mit Brenn-
holz, das aus dem Pinzgau hierher gedriftet wurde. Bad Reichen-
hall als renommiertes Kurbad, wie auch als Große Kreisstadt, ist
ohne historischen Bezug zur Saalach nicht denkbar. Ihre
Entwicklung wurde durch die Saalach nachweislich geprÀgt.

Ausschlaggebend fĂŒr die Standortwahl der ersten menschlichen
Besiedlung war das Vorkommen natĂŒrlicher Solequellen, die
bereits in vorgeschichtlicher Zeit genutzt wurden. Die Salzquellen
waren allerdings stÀndig durch das Hochwasser des Flusses
bedroht, der sich hier in mehreren Armen verzweigt durch das
Tal hindurchschlÀngelte. Uferverbauung und Flussregulierung
seit dem frĂŒhen Mittelalter ermöglichten es im Bereich der Sole-
quellen zu siedeln.

Mit der St. Johannes Kirche entstand im 8. Jahrhundert das
erste Reichenhaller Gotteshaus, um das herum sich die erste
Niederlassung gebildet haben dĂŒrfte. Durch neue Produktions-
verfahren erlebte der Ort schon bald einen enormen wirtschaft-
lichen Aufschwung. Im 10. Jahrhundert ist bereits von einem
stadtĂ€hnlichen Erscheinungsbild und einer Vorstufe des BĂŒrger-
tums zu sprechen. Die Stadtwerdung erfolgte Anfang des 12.
Jahrhunderts. In dieser Zeit entstanden die meisten der
Reichenhaller Kirchen, wobei mit den Hl. Zeno und Nikolaus zwei
Wasserheilige an den Nutzen und die Gefahren den Flusserinnern.

Die kulturelle Bedeutung des Hl. Zeno fĂŒr die Stadt wird durch den
grĂ¶ĂŸten noch vorhandenen romanischen Sakralbau Altbayerns, das
MĂŒnster Sankt Zeno in der ehemaligen Hofmark, 1140 erbaut,
besonders hervorgehoben. Auch das 20. Jahrhundert honoriert
die kulturelle Besonderheit dieses Schutzheiligen, der seit der
Einweihung des Landratsamtes (1980), in jeder Hinsicht auf die
lebensspendende Saalach aufmerksam macht.

Ein Eintrag im salzburgisch-erzbischöflichen Urbar Mitte des 14.
Jahrhunderts berichtet von einer „Fischgerechtsame in der
Saalach“ auf den Namen Piscator Nykolaus aus Unken. Im Jahre
1658 erhielten die Lieferinger Fischer ihre „neue Fischerei-
ordnung“, die sie mit eigenem Entschließen im Einvernehmen
mit dem Oberfischermeisteramt in Salzburg erlassen haben. Die
Fischerei ist also bereits seit dem Mittelalter im Kulturkreis der
Menschen mit der Saalach mit verbunden. Sie hat heute wie
damals eine TrÀgerfunktion von hohem Stellenwert. Der
GewÀsser- und Artenschutz ist oberstes Ziel der Fischer.

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzĂŒberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit UnterstĂŒtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
EuropÀischen Union
mit Mitteln aus dem
EuropĂ€ischen Fond fĂŒr
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites