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 (1) Burgruine Karlstein, (2) St. Georgskirche, Nonn (3) UrsiedlungsstĂ€tten in Karlstein/Langacker, (4) Gmain ĂŒberm Gruttenstein

Seit der Jungsteinzeit haben die Menschen vor allem an FlĂŒssen und Seen ihre tĂ€gliche Nahrung gesucht. Vor- und
frĂŒhgeschichtliche Funde an der Saalach belegen dies (4.500 bis 1800 v. Chr.). In Bad Reichenhall dĂŒrfte sich fĂŒr
sie ein Paradies aufgetan haben. Zum lebensnotwendigen Salz am Fuß des Gruttenstein (Obere Stadt), das damals
natĂŒrlich zutage kam und heute noch dort gefördert wird, kamen die fischreiche Saalach mit den weit verzweigten
klaren Gebirgs-QuellnebenbÀchen und die sie begleitenden artenreichen AuwÀldern hinzu, die sich sÀttigend (mit
Wild und Fisch) bis in das alpine Vorland ergossen (Fischereikultur der Saalachtal-Bewohner bereits im frĂŒhen Mittel-
alter schriftlich erwĂ€hnt; Info-Pavillon an der LuitpoldbrĂŒcke).

Bad Reichenhall zÀhlt zu den Àltesten Kulturlandschaften Bayerns. Ab der Bronzezeit (1800 v. Chr.) bis zu den
Römern (400 v. Chr.) und den nachfolgenden Bajuwaren belegen zahlreiche Funde die fortwÀhrende Besiedelung
auf den Terrassen beidseits der Saalach (Kirchberg, Karlstein-Nonn, Gmain, Kirchholz, St. Zeno). Aufgrund seiner
topographischen Lage mit SchiffsanlegeplĂ€tzen lĂ€sst sich daraus schließen, dass die Stadt als „Porta Sala“, am
Fern- und Zwischenhandel, sowohl auf dem Landweg als auch auf der Saalach, nach Norden zur Salzach und Donau,
ebenso nach SĂŒden (Tirol), erheblich beteiligt war (Historischer Atlas von Bayern/Laufen an der Salzach). Keltische
Schiffe hatten geringen Tiefgang und konnten daher unabhÀngig vom Wasserstand am Flussufer be- und entladen
werden (Reichenhaller Salz). Über Essgewohnheiten der Kelten berichtet Poseidonios unter anderem: „Ihre Nahrung
besteht aus wenig Brot, dafĂŒr aber viel Fleisch, das in Wasser gekocht, auf Kohlen oder am Spieß gebraten ist.
Diejenigen, die an den FlĂŒssen sowie am inneren und Ă€ußerem Meer wohnen, essen auch Fisch, gebraten mit Salz,
Essig und KĂŒmmel, den sie auch in das GetrĂ€nk werfen.“ (Haus der Bayerischen Geschichte, Kelten in Bayern)

Erleben Sie in Raum und Zeit die natur-erlebnisreichen und lehrreichen Rundwege um die Stadt (Kelten-FundstÀtten,
Römerzeit, mittelalterliche Burganlagen, Bajuwaren-SiedlungsrĂ€ume). Besuchen Sie auch die ĂŒberregional
bedeutenden Museen, u. a. das Heimatmuseum im historischen Getreide-speicher von 1539, mit Originalfunden
auch aus frĂŒhgeschichtlicher Zeit und das alte Salinenviertel mit dem Hauptbrunnhaus, der Brunnkapelle und dem
Salzmuseum.

Die örtliche romanische Baukultur des 12. Jahrhunderts
prĂ€sentiert sich u. a. mit dem MĂŒnster St. Zeno und der
St. Nikolauskirche, welche mit ihrem Namenspatron auf die
ehemals vorhandene SchiffslÀnde an der Saalach hinweist,
und erinnert mit Stolz an die BlĂŒtezeit der Salinenstadt.

Burgruine Karlstein, dahinter das Wallfahrtskirchlein St.
Pankraz; Die Ruine ist das Naturergebnis einer im 12. Jahr-
hundert errichteten Burg zur Überwachung der dortigen
Handelsstraße und ZollstĂ€tte, die ohne menschliche Einwir-
kung als Zeugnis lÀngst vergangener Burgenkriege um das
kostbare Reichenhaller Salz heute nur noch schamhaft das
Wallfahrtskirchlein nebenan bewacht. St. Pankraz erreichte
als Wallfahrsort (12. Mai) seit dem 15. Jahrhundert zuse-
hends an Bedeutung. Die Wallfahrt der Walser (Land Salz-
burg) um den St. Heinrichs Tag (13. Juli) zur Pankraz Kirche
erinnert noch heute an die VorgÀngerzeit.
 

St. Georgskirche, Nonn; ursprĂŒnglich roma-
nischer Bau, danach spÀtgotischer Gewölbe-
bau, der durch die Neugotik des 19. Jahr-
hunderts leicht verĂ€ndert wurde. Die außen-
seitige Kanzel an der Kirche entstand um
1600. Das bescheiden wirkende Kirchlein auf
der Nonner Anhöhe birgt einen spÀtgotischen
Schnitzaltar, der in seiner Schöpferkraft als
einmalige Kostbarkeit gilt. Er stammt von
dem berĂŒhmten Meister Gordian Guckh,
Laufen a. d. Salzach, aus dem Jahr 1513.

Nehmen Sie sich Zeit und rasten Sie an
dieser Stelle, an der bereits die Römer
nördlich der Alpen ihr Zuhause fanden.
Tun Sie es Ihrer Seele zuliebe.

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzĂŒberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit UnterstĂŒtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
EuropÀischen Union
mit Mitteln aus dem
EuropĂ€ischen Fond fĂŒr
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites