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Zerstörter Nonner Steg durch Hochwasser (1899)

Durch den Einbau einer betonierten und zu hohen
Sohlschwelle ist der Schwarzbach fĂĽr die Kleintiere
im Wasser (dazu zählen auch Fische) unpassierbar
geworden. Ein bedeutender Lebensraum wurde
mit zwei solchen Sperren zerstĂĽckelt und damit in
seiner Lebensraumqualität eingeschränkt.

Hochwasser-Lebensraumschutz
Abgesehen vom Schutzbedürfnis der Bevölkerung gegen
die ständigen Hochwasser, waren beim Ausbau unserer
Flüsse und Bäche in den vergangenen hundert Jahren
Begriffe wie Ă–kologie, Umweltschutz oder Nachhaltigkeit
kein Thema. Heute erkennen wir, dass natĂĽrliche
Ressourcen nicht unerschöpflich verfügbar sind und man
auf Dauer nicht gegen die Gesetze der Natur handeln
kann.
Eingriffe in das natĂĽrliche Flusssystem und die Folgen
Kanalartige, strukturarme Gerinne, ZerstĂĽckelung
natürlicher Bach- und Flussläufe durch Einbau von
Sohlschwellen ohne Aufstiegshilfen fĂĽr die dort lebenden
Kleintiere und Fische, Flussbett-Trockenstrecken nach
Stauanlagen sind sichtbare Ergebnisse unserer Kultur-
landschaft. Die negativen Folgen sind bekannt:
– Unvorhersehbare Hochwasser im Unterlauf, Sohlein-
tiefung mit Durchbruchsgefahr, GrundwasserrĂĽckgang
mit einhergehender Umwandlung der artenreichen Au-
wälder in Monokulturen, Artenschwund und dergleichen
sind festzustellen. (Die folgenden GegenmaĂźnahmen
werden am Info-Pavillon an der StaufenbrĂĽcke aufge-
zeigt und näher erläutert)
– Ständige Fischnacheile (Info-Pavillon an der Luitpold-
brücke), sowie fortwährende Artenschutzmaßnahmen
sind veranlasst.

Die Saalach nach der Flussbettkorrektur 1822 u. dem
Bau des Saalachstausees 1912; rot eingezeichnet: Trockenflussbett ab Kiblinger Sperre bis E-Werkkanal
KretabrĂĽcke

Saalach-Hochwasser
1995 im ausgebauten
Flussabschnitt nördl.
 des Nonner Stegs, im
Hintergrund die Eisen-
bahnbrĂĽcke, die gerade
noch unterflutet wurde

EisenbahnbrĂĽcke
(StaufenbrĂĽcke)

MaĂźnahmen
– Unter Berücksichtigung des Hochwasserschutzes
soll u. a. die Saalach groĂźzĂĽgige Flussbettauf-
weitung erfahren. Kontaktzugänge für die
Bevölkerung werden wieder mehr natürliche
Bezugsverhältnisse zu unserer unmittelbaren
Heimatnatur schaffen.
– Die Flussbett-Trockenstrecke nach der Kiblinger
Sperre wird mit ständigem Restwasser aufgewertet,
um sie wieder fĂĽr die Wassertierwelt lebensraum-
fähig zu machen und das Orts- und Landschafts-
bild zu verbessern.
– Die äußere Flussgestaltung soll durch Rückbau
bzw. Verlegung der Uferlängsbauwerke eine Fluss-
laufverlagerung mit naturnahen Uferbereichen
ermöglichen.
– Die Durchgängigkeitshindernisse im gesamten
Gewässersystem (Saalach mit Nebenbächen),
werden beseitigt bzw. dementsprechend umgebaut.

Bad Reichenhaller Fischer nach einer Artenschutz-
maĂźnahme an einem Nebenbach der Saalach

Einbau von Sohlrampen
(in die Saalach) sĂĽdl.
und nördl. des Schwarz-
bach Steges zur Auf-
lockerung der gleich-
förmigen Flussbett-
struktur und Anhebung
des Grundwasser-
standes in der Aue

Ăśberregionale Zusammenarbeit als Gemeinschaftsprojekt

Der phänomenalen Wertigkeit eines natürlichen
Flusslaufes mit teilweise Wildwassercharakter
(Saalach Oberlauf) wieder bewusst, haben sich die
Saalach-Anliegergemeinden durch Unterzeichnung
der „Saalachresolution mit Selbstverpflichtung“ am
27. November 2001 zum Fluss-Entwicklungskonzept
(siehe Info-Pavillon StaufenbrĂĽcke) bekannt.

Intakte und artenreiche Saalachaue nach 20-jähriger Wiederbewässerung im Jahre 2001 (Marzoller Au)
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzĂĽberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit UnterstĂĽtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites