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Aufgrund ihrer enorm ökologischen Bedeutung und ihrer außerordentlich starken
landschaftsprägenden Wirkung gehören Fließgewässer mit ihren Talräumen zu
den besonders schutzw√ľrdigen √Ėkosystemen. Die Erhaltung und Wiederher-
stellung naturnaher Fließgewässer sichert u. a. auch den Fortbestand der
heimischen Fischfauna, die sich hier als Salmonidenbestand in der Saalach
mit zwei Arten und deren Nahrungsbeziehung zu den Fließgewässerorganismen
vorstellen:

Flussnapfschnecke
(Ancylus fluviatilis)

Bachflohkrebs
(Amphipoda)

Elritze

Bachforelle

√Ąsche

Strukturverarmter Flussbettabschnitt mit
eingebauter, rauher Sohlrampe im unteren
Saalachbereich (Nonner Au)
 

Die Bachforelle
Die Bachforelle ist ein sehr sch√∂ner Fisch, der fr√ľher √ľberall in
unseren Bächen vorkam. Sie stellt hohe Anforderungen an das
Wasser. Es sollte kalt, sauerstoffreich und fließend sein. Am
g√ľnstigsten sind B√§che, die in Kalksteinregionen entspringen
(Nebenbäche der Saalach). Kleine Wasserfälle oder Stromschnellen
reichern das Wasser mit Sauerstoff an. Überhängende Ufer mit
Höhlen und Kolken, sowie lose Uferbereiche dienen der Bachforelle
als Unterstand und Versteck.
Als Nahrung dienen der Bachforelle die vielen kleinen Lebewesen im
Wasser, allen voran Schnecken und Krebse, die die gute Wasser-
qualit√§t anzeigen (Info-Pavillon Staufenbr√ľcke). Als Raubfisch f√§ngt
sie aber auch kleine Fische, wie die Elritze und M√ľhlkoppe, die auch
in der Saalach vorkommen. Das Springen der Forelle √ľber dem
Wasserspiegel auf ein Insekt kann man im Sommer gut beobachten.
Im Herbst (16. Sept.) beginnt die Laichzeit in der Saalach, die örtlich
verschieden sein kann. Die Bachforelle (Weibchen = Rogner) sucht
jetzt ein passendes M√§nnchen (Milchner). Ist diese Zeit vor√ľber und
der Winter mit sehr kalten Wassertemperaturen gekommen, versinkt
sie in einen traumverlorenen Zustand, aus dem sie erst die lauen
Fr√ľhlingsl√ľfte wieder erwecken. Die Bachforelle ist ein hochwertiger
Speisefisch. Sie ist fettarm, sehr eiweißreich und von besonderem
Wohlgeschmack.

Die √Ąsche
Die √Ąsche ist in der Bev√∂lkerung wenig bekannt. Ein typisches
Merkmal ist die Fettflosse. Es handelt sich dabei um ein häutiges
Gebilde zwischen R√ľcken- und Schwanzflosse. Auffallend ist bei
der √Ąsche die sehr hohe und lange R√ľckenflosse (der Fischer
nennt sie Fahne). Die Körperform ist dem Lebensraum (starke
Str√∂mung) angepasst. Das Maul der √Ąsche ist klein, die Schuppen
sind verhältnismäßig groß. Die Flanken (seitlich sichtbar) haben
einen goldgelben bis kupferfarbenen Schimmer. Schwarze Punkte
sind auf dem leicht silbergrauen streifigen Körper verteilt. Die Augen
mit den tropfenförmigen Pupillen sind besonders auffällig.
Strukturreiche Gewässer mit Kies-/Sandvorkommen sind besonders
geeignet, da die √Ąschenbrut feinkiesige Flachwasserbereiche mit
geringer Strömung, die Alttiere den Wechsel unterschiedlich tiefer
Gewässer mit variierenden Fließgeschwindigkeiten benötigen. Die
Saalach erf√ľllt in Abschnitten noch diese lebensnotwendigen
Voraussetzungen.
Die √Ąsche bewegt sich im Nahrungskreislauf der Fluss-Kleintiere
und bevorzugt vor allem Fluginsekten. Im Herbst kann man sie zur
Wasseroberfläche aufsteigen sehen und beobachten, wie sie sich
geschickt einem abtreibenden Insekt nähert und dieses blitzartig
aufnimmt (sichtbare Wasserkreise markieren die Stelle).
Die Schonzeit wurde vom Bezirksfischereiverein Saalachtal e.V. Bad
Reichenhall aus Artenschutzgr√ľnden auf den 01. Januar bis 31. Mai
festgesetzt und das vorgeschriebene Entnahme-Mindestmaß von 35
cm auf 40 cm angehoben. Sie ist wie die Bachforelle ein ausge-
zeichneter Speisefisch.

Artenhilfsprogramm
In der Flie√ügew√§sserkunde nimmt die √Ąsche einen markanten Platz
ein. Nach den typischen Forellenregionen folgt in der Regel eine
√Ąschenregion. Die √Ąsche z√§hlt heute zu den am meisten gef√§hrdeten
Fischarten. Die Bestände sind innerhalb der letzten Jahre dramatisch
zur√ľckgegangen und in einigen Fl√ľssen mu√ü sogar ein Aussterben
der lokalen √Ąschenpopulation bef√ľrchtet werden.

Die √Ąsche in der Saalach hat sich innerhalb ihres angestammten
Flusssystems der Saalach/Salzach mit ihren Nebenbächen eigen-
ständig entwickelt. Mit Hilfe des vom Landesfischereiverband Bayern
e.V., dem Bayer. Landesverband f√ľr Vogelschutz und dem Bund
Naturschutz initiierten Artenhilfsprogramms, konnte in den
vergangenen Jahren mit der Wiederbesiedelung durch verstärkten
Besatz begonnen werden. Damit soll erreicht werden, die Saalach
als eines der noch wenigen vorhanden √Ąschengew√§sser mit einem
ausgewogenen pyramidalen Altersaufbau zu erhalten.

Nach Jahrzehnten der
Flusskorrektionen bildet
sich ein neues Leitbild f√ľr
unsere Gewässer, dass
vom Naturschutz und
Wasserbau gemeinsam,
getragen wird.

Eintagsfliege (Ephemera vulgata)

Steinfliege (Plecoptera dinocras)

Köcherfliege (Limnophilus
rhombicus)

Steinfliegenlarve (Plecoptera)

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenz√ľberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterst√ľtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europ√§ischen Fond f√ľr
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites