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Aus dem Reichenhaller Talkessel erfahren wir, dass bereits
in der Vorzeit auf den von Natur aus begünstigten Hoch-
lagen der Seitenmoränen beidseits der Saalach (Kirchberg,
Karlstein, Nonn, Bayerisch Gmain und rund um den
Randersberg in Großgmain) gesiedelt wurde. Die am Fuß
des Gruttenstein in Bad Reichenhall zutage getretenen
Solequellen haben ihren Teil dazu beigetra gen (siehe
Info-Anlage in Bad Reichenhall - Nonner Steg).

Nachdem die Gletscherströme der Saalach und Salzach vor
etwa 15.000 Jahren das Land vor dem Gebirge freigegeben
haben, so auch das Saalachtal mit seinen Seitentälern,
folgten die ersten Menschen in den dicht bewaldeten und
sumpfigen Talräumen auf der Suche nach Nahrung. Ein
zelfunde in unmittelbarer Umgebung belegen dies. Es
waren Sammler, Jäger und Fischer, die in der fisch- und
wildreichen Gegenden ihre Lebensgrundlage fanden. Es
waren später aber auch die topographischen Verhältnisse
rund um den Högl, der wie eine Insel sich regelrecht als
Dauersiedlungraum anbot (siehe Info-Anlage in Bad
Reichenhall, Nonner Steg und in der Gemeinde Ainring,
am neuen Saalachsteg Hammerau/Grünau).

„Pidinga“ (Piding), an der „Sala“, wie man den Fluss einst
nannte, befindet sich in einem der ältesten Kulturräume
Bayerns. Seit etwa 1800 -1250 v. Chr. bis zur römischen
Kaiserzeit (ca. 450 n. Chr.) wird das „untere Saalachtal“
fortdauernd besiedelt. Im Jahre 555 wird geschichtlich
erstmals ein bayerischer Herzog aus dem Geschlecht
der Agilolfinger genannt. Sie waren eine der wenigen
Sippen jener Zeit, die bereits einen eigenen Namen mit
Stammesherkunft führten. Mit Namen der Silbenenendung
„ing“ hinterließen die Bajuwaren ihre Identität. Auf diese
Weise erkennen wir auch als Nichtfachleute die geschicht-
liche Herkunft unserer Heimatname, wie Piding, Ainring,
Hausmoning. Die Romanen hatten mit Ihrer Kultur einen
bedeutenden Anteil an der Stammesbildung der Bajuwaren.

Landesherrliche Salzämter und nachgeordnete Niederlags-
stellen besorgten über die Landesgrenzen hinaus den
Vertrieb. Ihre wirtschaftliche Blütezeit zeigt sich noch nach
Jahrhun derten in der Architektur des sog. Inn/Salzachstils.
Sämtliche Ausfahrten der Salzstraßen aus Reichenhall
erfolgten über die Staufenbrücke nach Mauthausen (Orts-
teil von Piding mit Maut- und Zollstelle). Für die Landbe-
völkerung waren die Salztransporte eine wichtige Neben-
einnahme. Die Bauern transportierten mit ihren Fuhrwerken
auf ihnen vorgeschriebenen Wegstrecken abschnittsweise
zu den Salzniederlagsorten. Im Alpen vorland hielten sich
neben den Fuhrbetrieben noch geraume Zeit Transporte
mit Karren und Saumtieren (Pferde).

Wenn wir von dem Wort „Denkmal“ hören oder selbst davon
sprechen, beziehen wir uns in ers ter Linie auf oberirdische
Gebäude. Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass auch
die oft zum Dorf- oder Altstadtkern führenden Verkehrswege
mit ihren baulichen Anlagen, Denkmäler sind. Flusstäler
waren für die vorzeitlichen Menschen erste Wegweiser ihrer
Streifzüge.
Nomadisierende Stämme oder Einzelpersonen nutzten sie
als Saumpfade, bis die länger an einem bestimmten Ort
sich niedergelassenen Menschen erste Handelsbeziehungen
pflegten und die vor gefundenen, ausgetretenen Pfade
entlang der Flüsse für ihre erforderlich gewordenen Geh-
und Fahrwege ausbauten. Es war zu Beginn der späten
Bronzezeit, um das 6. Jh. v. Chr., als die Menschen mit
ihrem Einfluss aus dem Osten zu den Kenntnissen der
Eisenverhütung und Verarbeitung kamen. Das für Bronze
benötigte Kupfer war in Mitteleuropa nur an wenigen Stellen
vorhanden. Die größeren und somit bedeutendsten Erz-
lagerstätten waren die im Land Salzburg und Tirol (siehe
Info-Anlagen Viehhofen, Leogang, Pinzgau im Saalachtal).

Der Güteraustausch der Kelten hat um diese Zeit (7.-5. Jh.
v.Chr.) Ausmaße angenommen, die kaum vorstellbar sind.
Die Verwendung des Eisens führte zu einem beträchtlichen
wirtschaftlichen Aufschwung. Verbesserte Wagenkonstruk-
tionen veranlasste für den Güteraustausch entsprechende
Wege herzustellen.

Bereits um 4000 v. Chr. haben Menschen in Reichenhall die
dort zutage getretenen Solequellen entdeckt und genutzt.
Dieses heute überall in Überfluss lebensnotwendige Mineral
wurde seit dem Frühmittelalter wegen seiner Kostbarkeit als
„weißes Gold“ gehandelt, (Geschichte des Salzes siehe Info-
Anlage in Bad Reichenhall, Nonner Steg).

Die Wertigkeit des Salzes hat dazu geführt, es vielseitig
verwendbar aufzubereiten und transportfähig zu machen.
Die historische Bedeutung des Salzes reichte weit über die
Grenzen des Bayernlandes und Salzburgs hinaus. Diesem
Handelsumstand folgend war ein weitläufiges Wegenetz
von Nöten. Der Güteraustausch und Salzhandel erfolgte
jedoch nicht nur mit Schiffen auf der Saalach. Bei Trocken-
heit und besonders während der Wintermonate waren die
Wasserstände in den weiten Flusstälern so niedrig, dass
der Schiffsverkehr durch Straßentransporte ersetzt werden
musste. Eine der beiden Salzstraßen führte von Reichenhall
über Mauthausen b. Piding, Aufham, Anger, Teisendorf,
Traunstein, Rosenheim und München u.a. zum Bodensee
in die Schweiz.

Nach Norden führte die Salzstraße parallel zu den beiden
Flüssen Saalach und Salzach über Bichlbruck-Hammerau-
Freilassing-Saaldorf, Laufen, Tittmoning, Burghausen nach
Passau. Die Straßen waren seinerzeit einige hundert Jahre
voller Pferdefuhrwerke. Im Jahr 1470 waren 7.940 Pferde-
wagen mit etwa 127.000 Salzscheiben (190.600 Zentner
Salz) und 1570 waren bereits 9.480 Pferdegespanne mit
227.300 Zentner Salz nach München unterwegs. Es war eine
„goldene Zeit“, die sich heute noch in der Städtearchitektur
an den Salzstraßen niederschlägt. Nicht von ungefähr hieß
es, die alten Salzstraßen sind die Nervenstränge des Bayernlandes.

St. Rupertus des Rupertiwinkels

Strailachkapelle 1709 an der ehemaligen
Salzstraße (Grenzübergang Baiern/Salzburg)
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites