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Maishofen – im Hintergrund das Glemmtal mit dem Talschluss-Quellgebiet „Salpach“
(Saalbach/Hinterglemm), der sich nach kurzem Verlauf zur Saalach entwickelt.

Maishofen in urzeitlicher Flussrichtung der Saalach (nach SĂĽden) zum Zeller See,
im Hintergrund Hohe Tauern mit 10.000-jährigem Gletscher

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Die „Rodungsinsel“ Maishofen, liegt am Ausgang des Glemmtales, sozu-
sagen als HaustĂĽre zur Saalachquelle in Hinterglemm. Der Ort ist aus der
urzeitlichen Waldlandschaft herausgewachsen. Im SĂĽden ĂĽber der Zeller
Furche und am Zeller See ragen aus dem Hintergrund die schneebedeckten
Berge der Hohen Tauern mit dem grell leuchtendem Kitzsteinhorn auf. Im
Norden zeigt sich das felsig zerklüftete Massiv des „Steinernen Meeres“ mit
der Schönfeldspitze.
Vor rund 10.000-15.000 Jahren, als während der letzten Eiszeit in Europa
sich der Gletscher aus dem Innergebirge ĂĽber den heutigen Standort Mais-
hofens nach Norden schob, hat er nicht nur das Tal geformt. Beim
Abschmelzen seiner Eismassen hinterlieĂź er seine heute noch deutlich
erkennbaren Spuren. Sieben große Moränehügel zwischen dem Zeller See
und Saalfelden haben sich mit dem Gletscher-Schutt aufgebaut u.a.
Pfeifferbühel und Strasserbühel – Gde. Maishofen. Viele Gletschermühl-
kugeln am Weg von Lahntal nach GroĂźed bezeugen diesen Vorgang.
Die Gletscherströme vereinten sich im Zeller Becken. Beim Rückzug und Abschmelzen des Gletschers zu Beginn der heutigen Wärmeperiode vor
rund 10.000 Jahren bildete sich ein See an der Gletscherzunge. Dieser
groĂźe See (Zeller See), der bis zum KuhbĂĽhel reichte, wurde durch die von
den Gletschern transportierten und an der Stirn abgelagerten Schuttmassen
aufgestaut. Die „Salpach“ verfrachtete in den vergangenen Jahrtausenden
ebenfalls unvorstellbare Mengen an Schotter und Feinsande aus dem Glemmtal. Diese lagerten sich im See ab und entlang des Flusslaufes.
Im „Vorhof Maishofen“ baute sich der angeschwemmte Schutt dammartig
so weit auf, dass sich die Saalach ihren bisherigen Zugang zum „Zeller See“ versperrte.

Maishofen (Blick nach Norden), heutiger Flussverlauf der Saalach links be-
waldete Moränenhügel, im Hintergrund Steinerne Meer mit Schönfeldspitze

Das nach SĂĽden ausgerichtete Flussbett entwickelte sich in entgegenge-
setzter Richtung nach Norden. Die Saalach fand schlieĂźlich den Durchbruch
zur tiefsten Stelle im Tal – der Urslau. Mit der Urslau und der Leoganger
Ache als Nebenbäche, fließt sie seitdem durch die Pinzgauer Hohlwege, das
Saalfeldener und Loferer Becken, die Enge am Kniepass (Unken), durch das
Becken in Bad Reichenhall, hinaus in das Alpenvorland, zur Salzach (Stadt
Salzburg und Landkreis Berchtesgadener Land). Den damals hier abge-
schotteten „Resteissee“ (Zeller See), bezeugen die heutigen Moorböden bei
Prielau und Gerling, sowie der Schotter in Atzing und Unterreit. Beim Austritt
des Gletschers in das Voralpenland in Bad Reichenhall vereinten sich die
beiden Gletscherströme Salzach und Saalach und umgingen den Berg Högl
nach Norden. Mit Abschmelzen der Gletscher hinterlieĂźen sie den so
genannten „Salzburg-See“. Der Saalachgletscher zog sich von Tittmoning
aus über Kirchanschöring, Taching-Waging, Teisendorf, Anger-Höglwörth,
das Achental und durch das Portal des Reichenhaller Beckens in das innere
Gebirge zurück. Die vorhandenen Resteisseen, Höglwörth, Waging,
Tachinger See, bezeugen diesen Vorgang.
Mit dem beim RĂĽckzug hinterlassenen Schuttberg (sĂĽdlich Anger) schottete
sich der Fluss von dem hinterlassenen Gebiet ab. Er fand die tiefste Stelle
im Bereich östlich des Högl-Berg, am Auhögl und Walser Berg, durchbrach
die Enge in das abgeflossene Gebiet des Salzburg-Sees und mĂĽndete sich
in die heutige Salzach. Hier zeigt sich die ausgeprägte Gemeinsamkeit, in
der kurz nach Verlassen des Quellgebietes hinter dem Glemmtal-Portal in
Maishofen und nach Verlassen des Reichenhaller-Portals in das Alpenvor-
land kurz vor der MĂĽndung in die Salzach, seit tausenden von Jahren die
Landschaftseinheit Saalachtal ausgebildet worden ist.
Die Saalach hat hier wie im Voralpenland (Salzburger Flachgau und Salzach-
hügelland, Landkreis Berchtesgadener Land) am Walser Berg und Auhögl
dasselbe Schicksal der etwa zeitgleichen Flussbettumleitung erfahren. Es
war die Geburtsstunde des heutigen geschlossenen Talraumes Saalachtal.
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzĂĽberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit UnterstĂĽtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites