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Seit ĂĽber 1000 Jahren haben Menschen im Pinzgau die
Kulturlandschaft gestaltet. Bergbaugebiete in Felsregionen
und enge Talräume sind für sie seit dieser Zeit Aufent-
haltsräume geworden. Landschaft und Mensch sind die
beiden Kräfte am Werden einer Kulturlandschaft. Der
Mensch gestaltet durch sein Einwirken auf die Urlandschaft
etwas Neues. Mit diesem geschichtlichen Augenblick und
dem AusmaĂź des Handelns beginnt er zu kultivieren, das
Land fĂĽr sich zu bearbeiten und es zu pflegen. Dieser
gesellschaftliche Vorgang ist auch im Mitterpinzgau (Mais-
hofen und Glemmtal), in der Natur sichtbar abzulesen (die
Bergbauhalden um und ĂĽber Viehhofen, Rodungsinseln
fĂĽr Weidevieh und Almwirtschaft, Trockenlegung von urge-
schichtlichen Moorflächen für verschiedenartigste Nutzung).
Ziel war es den Menschen vor Hochwasser, Muren und
Lawinen zu schützen, um die Landschaft bestmöglich zu
nutzen.
Bereits vor ca. 4.500 Jahren v. Chr. haben sich die
Menschen in dieser Kulturlandschaft fĂĽr ihre Lebensgrund-
lage „Salz“ eingesetzt und sich vor den Hochwasserfluten
schĂĽtzen mĂĽssen. Dies zeigt auch die Parallele zum
Hochwasserschutz in dieser Kulturlandschaft.

Gemeindewappen

Im grĂĽnen Schild die Frontansicht eines zweigeschossigen
silbernen Schlosses mit zwei runden EcktĂĽrmen, alle
Gebäudeteile mit goldenen Spitzdächer, darunter rechts-
hin ein goldener Pflug ohne Räder, mit goldener Pflugschar
und Sechmesser. Die älteste urkundliche Nennung des
Ortsnamens als „Maisnhauen“ um 1338 lässt seine
Ableitung vom Stamm des Personennamens „Megin“ zu;
Jahrhunderte später wurde er zum Rodungsnamen „Mais“
umgedeutet. Daher stellen der Pflug zum Herrschaftshof
und zur heutigen Namensform, das Schloss hingegen zu
den im Gemeindegebiet gelegenen Schlössern Saalhof,
Prielau, Kammer und zum Stiegerschlössl, einen Bezug her.

Die EisenbahnbrĂĽcke bei der OitenunterfĂĽhrung war eingestĂĽrzt. Die Westbahnstrecke war unterbrochen.

Hochwasser 1912 –
 Unterdorf

Durch wiederholte Hochwässer, die man im letzten Jahrhundert
des vergangen Jahrtausend deutlich zu spĂĽren bekam, wurden
die Seeablagerungen von weiteren gewaltigen Schuttmassen
ĂĽberzogen. Im tiefer gelegenen Schwemmland haben sich die
Bach- und Flussläufe bei jedem Hochwasser überfüllt und ihr Bett
ständig verändert. Die Talräume waren lange Zeit ungeeignet für
jegliche Bewirtschaftung. Ab dem Mittelalter begann man mit
Regulierungen, Hochwasserschutzbauten, versumpfte Wiesen-
flächen trocken zu legen und Moore als Torfenergiequelle zu
nutzen. So geschah es auch in der Gemeinde Maishofen, als im
Jahr 1912 das so genannte Jahrhunderthochwasser unvorstellbare
Verwüstung auslöste. Alle Hochwasserbeeinträchtigungen des vor-
angegangenen Jahrhunderts wurden ĂĽbertroffen. In den darauf
folgenden Jahren 1928, 1956 und 1959 wurden wiederum weitere
Ortschaften in der Gemeinde Maishofen (Kirchham und Mitter-
hofen) infolge eines EisstoĂźes, der unvorhersehbare Ăśber-
schwemmungen auslöste, hochwassergeschädigt. Zwischen den
Ortsteilen Breitenberg und RettenbachmĂĽhle konnten mehrere
DammbrĂĽche an der Saalach nicht verhindert werden, so dass die
Wassermassen große Flurschäden verursachten. Das im Jahr
1909 von der Landesregierung Salzburg ausgearbeitete Projekt
zur Regulierung der Saalach stand nun dringend zur AusfĂĽhrung
an. Im Jahr 1949 konnte nördlich von Saalfelden mit den
Arbeiten begonnen werden. Das Flussbett der Saalach wurde
umgeleitet und ausgebaut. Die Verbauungsstrecke (neues Fluss-
bett) im Gemeindegebiet beträgt 6,26 Kilometer. Die Fertig-
stellung erfolgte im Jahr 1976.

Der Friedhof von Maishofen wurde zerstört

Hochwasser
KirchhamerbrĂĽcke 1912

Ausbruch der Saalach beim
Schönhofbauern 1965

Hochwasser 1912 – Oberdorf
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzĂĽberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit UnterstĂĽtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites