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Schloss Prielau

WĂ€hrend der letzte Gletscher sich aus dem Alpen-
vorland in die hochalpine Region (Hohe Tauern)
zurĂŒckzog, hinterließ er das Hauptflusstal mit
zahlreichen NebentÀlern, Drumlins (stufenartig
ausgebildete SeitenmorÀnen, die TalrÀnder
sÀumen), Schuttkegeln, Schluchten, HochtÀler,
kahle Bergkuppen und steil aufragende Fels-
formationen. Die im Talgrund ausgeschĂŒrften
Schuttmassen fĂŒllten abflusslose Restwasserseen,
die nach und nach versumpften. Sie begĂŒnstigten
die Moorbildung. Diese formationelle Vielfalt
bestimmte danach die kĂŒnftige Vegetation und
mit ihr die Verteilung der Kulturarten. Eine
Besonderheit sind die so genannten „Pinzgauer
Grasberge“ mit ihren Almböden, Matten und
grasigen Berggipfeln ohne höheren Bewuchs. Die
große WasserflĂ€che des Zeller Sees, die in den
vergangenen tausenden von Jahren durch fort-
wÀhrenden Gerölleintrag aus dem Glemmtal
geteilt wurde und die im Talbereich der nördlich
fließenden Saalach entstandenen Resteiszeit-
seen, lassen heute die seinerzeitige Mooraus-
bildung erkennen.
Wie im gesamten Saalachtal fand man auch hier
vorzeitliche Spuren von herumstreifenden
Sammlern, JĂ€gern und Fischern, die fĂŒr ihre
nomadisierenden Stammesmitglieder ihren
Lebensunterhalt bestritten. Ein im Lahntal-
Kirchhamer-Moor gefundener KnĂŒppeldamm aus
der Bronzezeit (1800-450 v. Chr.), dĂŒrfte auf
deren Siedlungsspuren und kurzzeitigem Aufent-
halt verweisen.
Der gesamte Pinzgau wurde durch die Landnahme
der Bajuwaren im 6./8. Jahrhundert zum Hoheits-
gebiet des spÀteren Herzogs von Bayern. Es waren
meistens Grafschaften, aber auch Klöster und
Stifte (z.B. St. Peter Salzburg, FĂŒrstprobtei
Berchtesgaden, Michelbeuern usw.), an die
GrundstĂŒcke verĂ€ußert oder verschenkt worden
sind. Im Jahr 1228 wurde auf dem Reichstag in
Ulm der Erzbischof von Salzburg mit dem Pinzgau
belehnt, das zur Geburtsstunde des selbstÀndigen
Landes Salzburg fĂŒhrte. Erste urkundliche
Siedlungsnamen reichen bis in das 12. Jahr-
hundert zurĂŒck. Der Name Maishofen leitet sich
von Rodung (Schlag, gerodete WaldflÀche, Moas)
her. Der Ort erscheint 1338 urkundlich als
„Maisnhauen“. Es war ursprĂŒnglich eine grĂ¶ĂŸere
AuwaldflÀche, die von 1550-1560 an verschiedene
Bauern aufgeteilt wurde. Im Jahr 1803 wurde auch
das fĂŒrsterzbischöfliche Eigentum Salzburgs sĂ€ku-
larisiert. Bayern hat alle diese Staatsbesitzungen
durch Versteigerung an Meistbietende zu freiem
Eigentum verkauft. Bedeutende Viehzuchtbetriebe,
Herrensitze und Schlösser weisen heute noch auf
die seit dem Mittelalter kulturelle und wirtschaft-
liche Bedeutung dieses Landstriches hin.

Niedermoor mit seinem typischen Bewuchs –
„Torfmoos“ im Hintergrund Steinerne Meer
 

Die bisher nach Zell am See kirchlich ausgerichtete
Bevölkerung und nach 150 Jahren Ortsgottesdienst
in der Schlosskapelle Kammer, hat sich 1863 mitten
im Dorf eine eigene Pfarrkirche gebaut, die nach
dem Turmanbau 1869 im Jahr 1870 konsekriert
wurde. Die kunstvolle Innenausstattung stammt
grĂ¶ĂŸtenteils aus der bisher zur VerfĂŒgung gestande-
nen Schlosskapelle. Die daraus stammende Gottes-
mutter mit dem Kreuzstab tragendem Kind (Plastik)
wurde in die neue Pfarrkirche feierlich eingefĂŒhrt.
Der Hochaltar von 1713, in MĂŒnchen gefertigt, wird
als Meisterwerk des bayerischen Hochbarocks
bewundert (Meister unbekannt). Seit 1728 wird in
der Gemeinde Maishofen Schulunterricht gehalten.
Im Jahr 1908 bekam Maishofen eine neue Volks-
schule und die landwirtschaftliche Fortbildungsschule
wurde 1920 eröffnet. 1958 wurde das neue, Amts-
haus erbaut, 1964 die Volksschule erweitert und mit
einem Turnsaal erweitert.

Gedenkstein an den berĂŒhmten Maler und KĂŒnstler
Anton Faistauer (geb. im Schloss Grubhof, Gde. St.
Martin), der bereits im Alter von 43 Jahren hier
verstorben ist. Die Fresken-Malereien in der Kirche
von Morzg (nahe Salzburg) und die kĂŒnstlerische
AusschmĂŒckung des Festspielhauses in Salzburg
stammt u. a. von ihm.

Neben Gastgewerbe, Handwerksbetrieben, der Frei-
willigen Feuerwehr mit modernen Tanklöschfahrzeug
(1994), der Trinkwasserversorgung, dem GewÀsser-
schutz (KlÀranlage), Abfallbeseitigungsanlage,
Zuchtviehversteigerungshalle, Sportzentrum, Schilift,
Seniorenheim, GemeindebĂŒcherei, TourismusbĂŒro,
Hausarztpraxen paart sich das kulturelle Dorfleben
mit einer sportlich aktiven Bevölkerung in einer
erholsamen Landschaft. Seit Jahren wurde ein
umfangreiches vielfÀltiges und erlebnisreiches Rad-
wegenetz geplant und gebaut, dass sich in die
spezielle Landschaft einfĂŒgt. Der Fremdenverkehr
als weitere Erwerbseinnahme hat sich gut entwickelt.
Seit 1955 mit 500 GĂ€stebetten und 16.000 NĂ€chti-
gungen, erhöhten sich die Übernachtungen bei
gleicher Bettenzahl bis 2003 auf 193.000. Mit der
Unterschutzstellung der TorfmoosflÀche Lahntal/
Kirchham und der Dorflinde ist man sich der
Bedeutung des Natur- und Landschaftsschutzes in
Maishofen zukunftsweisend bewusst. Durch die
Unterzeichnung der „Saalachresolution 2001“ hat
sich Maishofen als Anrainergemeinde an der Saalach
fĂŒr den GewĂ€sserschutz im Interesse der gesamten
Kulturlandschaft Saalachtal ausgesprochen.

Pinzgauer Rinder

Wichtiger Erwerbszweig in Maishofen ist nach wie vor
die Landwirtschaft. Seit Jahrzehnten haben sich die
Bauern intensiv um die eigene Rinderzucht bemĂŒht.
Ein im Jahr 1894 im Dienst des Salzburger Landes
und seiner Landwirtschaft tÀtiger Wirtschaftsfach-
mann setzte sich als Wanderlehrer der Tierzucht
mit großen Kenntnissen und viel Energie ein, das
heimische Rind als „Pinzgauer Rinderrasse“ zu
zĂŒchten. Nach Schaffung einer Herdbuchgenossen-
schaft wurden 1897 die ersten Rinderzuchtge-
nossenschaften in Niedernsill und Maishofen
gegrĂŒndet. Diese hatten sich zur Aufgabe gestellt,
das heimisch Rind als eigene Rasse hoch zu
zĂŒchten und es zum Verkaufserfolg zu bringen.
Das herausgezĂŒchtete Rind ist von anatomischer
Schönheit. Durch viel Bewegung auf den Almen, den
harten Witterungsbedingungen ausgesetzt, kamen
die Tiere zu harten Klauen, krÀftigem Körperbau,
gesunder Konstitution und gĂŒnstigem Fleisch-
ansatz.
Das Pinzgauer Rind wird heute in mehreren euro-
pĂ€ischen LĂ€ndern und auch in Übersee gehalten.
Besonders im Altbayrischen Alpenvorland im Land-
kreis Berchtesgadener Land gelten die „Pinzgauer“
als prÀchtige Rinder mit ausgezeichneter Fleisch-
qualitÀt.

Almabtrieb mit Kopfschmuck der Rinder, der nur
angebracht wird, wenn wÀhrend des Sommers
kein UnglĂŒck passiert ist.

Schloss Kammer
mit Kapelle

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzĂŒberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit UnterstĂŒtzung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
EuropÀischen Union
mit Mitteln aus dem
EuropĂ€ischen Fond fĂŒr
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites