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Die Saalach ist das zweitgrößte Fließgewässer des
Landes Salzburg. Sie erstreckt sich von ihrem
Ursprung in den Kitzbüheler Alpen (Gemeinde
Saalbach- Hinterglemm) auf 1.940 m, bis zur
Mündung in die Salzach mit 404 m über dem
Meeresspiegel, auf eine Länge von 103 km. Der
österreichische Anteil entfällt auf die Fließstrecke
zwischen dem Quellbereich in Hinterglemm und
der Staatsgrenze in Unken/Schneizlreuth sowie
als Staatsgrenzfluss im Abschnitt Bad Reichenhall
(Ortsteil Marzoll) bis zur Mündung in die Salzach
(Stadt Salzburg, Stadtteil Liefering) und Stadt
Freilassing (Ortsteil Salzburghofen).

Als Gebirgsfluss kann die Saalach extrem
hochwassergefährdend sein. So kam es in den
vergangenen Jahren wiederholt zu katastrophalen
Zerstörungen an Brücken, Stegen und Gebäuden.

Die Saalach ist etwa zu 70 % reguliert. Eine Fluss-
bettverlagerung zwischen Saalfelden und Mais-
hofen erfolgte in den Jahren 1949 bis 1978. Im
Jahr 1913 wurde der Bau des Saalachstausees
mit der Talsperre (Kiblinger Sperre, Gemeinde
Schneizlreuth) abgeschlossen. Eine Verlagerung
des Flussbettes aus dem Stadtzentrum von Bad
Reichenhall erfolgte ab dem Jahr 1822.

In westliche Rich tung über den Ortsteil Nonn
und am Hochstaufen vorbei nach Staufenbrücke
bis zur Staatsgrenze nördl. der Autobahn
München-Salzburg, gestaltet die regulierte
Saalach das Orts- und Landschaftsbild mit.
Weitere Querbauten, Ausleitungsbauwerke,
Sohlabstürze und Kraftwerke folgten bis kurz
vor der Mündung.

 

Teufelssteg – im Hintergrund Loferer Steinberge

Der Sage nach soll vor vielen Jahrhunderten ein
Mann um eines Vorteils willen dem Teufel seine
Seele verpfändet haben. Als aber sein Ende nahte,
erfasste ihn Reue und er machte sich auf den Weg
zur Kirche, um sich vom Bösen loszusagen. Der
„Leibhaftige“ bemerkte dies, während er gerade in
der Bairau seinen „üblen Geschäften“ nachging.

Unverzüglich eilte er dem reuigen Sünder nach,
aber ein Hochwasser versperrte ihm den Weg
über die Saalach. Da packte er einen riesigen
Felsblock, schleuderte ihn in die Mitte des Flusses
und sprang in zwei riesigen Sätzen ans andere
Ufer. Ob er die Seele des Reuigen noch in die
Hölle mitnehmen konnte, ist nicht überliefert. Der
Stein liegt heute noch in der Saalach und
erleichterte den Bewohnern von Lofer den Bau des
Steges.

Wann der erste Steg gebaut wurde, liegt im
Dunkeln. Ein Motiv war gewiss der Wunsch nach
einer kürzeren Anbindung der Bairau und
Scheffsnoth an den Markt. Ein anderes könnte
die Umgehung von Mautgebühren gewesen sein,
die bei anderen Brücken und Wegen zu entrichten
waren, wie in einem Akt der Hofkammer Lofer aus
dem Jahr 1721 zu lesen ist.

Die erste sichere Kunde vom „Teufelssteg“ gibt
ein Ölgemälde von Franz Reichold, einem Maler
der Romantik (1855). Es zeigt die Loferer Stein-
berge, die Saalach und ein Steggeländer. Immer
wieder musste der Steg repariert oder erneuert
werden, weil ihn Hochwässer beschädigten oder
gar wegrissen: 1886, 1897 und 1899 waren solche
Katastrophenjahre. In den Jahren 1957 und 1961
musste der Steg in gefahrvoller Arbeit repariert
werden. 1997 erfolgte ein Neubau des Steges.

Im Jahr 1958 wurde erstmals bekannt, dass in Lofer
an der Saalach eine Kraftwerkskette zwischen den
Hohlwegen in Weißbach und dem Steinpass errichtet
werden soll. In zeitlicher Reihenfolge sollte zuerst
das Schwellbecken Lofer gebaut werden und das
Wasser in einem zum Teil offenen Kanal zum Kraft-
werk nach Reith geleitet werden. Nach kurzer Freude
über den scheinbaren Vorteil für die Gemeinden
wurde sehr schnell erkannt, dass diese Kraftwerks-
kette dem im Aufbau befindlichen Fremdenverkehr
schaden könnte.

Da durch den Bau des Kraftwerkes der Bereich
zwischen Gumping, Scheffsnoth und Au schwerstens
beeinträchtigt, und auch der Loferbach zum Betrieb
des Kraftwerkes herangezogen worden wäre, wurde
bei der Wasserrechtsverhandlung im März 1959
durch Herrn Josef Färbinger, welcher von den Grund-
besitzern als Sprecher bestellt worden war, erstmals
offener Widerstand geleistet. Im Herbst 1959 wurde
Josef Färbinger zum Bürgermeister der Marktge-
meinde Lofer gewählt.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Widerstand
hauptsächlich von den Anrainer und Grundstücks-
besitzern getragen. Außerdem war das Wirken der
Not- und Schutzgemeinschaft Lofer – St. Martin
unter der Führung von Sprengelarzt Dr. Schober-
lechner außerordentlich wirksam. Ihr gehörten 90%
der Wahlberechtigten von Lofer und St. Martin an.
Eine ganz besonders effektvolle Maßnahme setzte
zu diesem Zeitpunkt die ÖVP Fraktion der Loferer
Gemeindevertretung, welche geschlossen aus der
Partei austrat und ihr Mandat als Liste „Heimat
Lofer“ ausübte. Dieser Widerstand dauerte bis zum
Jahr 1966.

Im Juni 1966 traf ein Telegramm von Bundes-
kanzler Dr. Josef Klaus mit der Mitteilung ein, dass
auf den Bau der Kraftwerksanlagen in Lofer
verzichtet würde, da der hier erzeugte Strom aus
dem Netz des gesamt-österreichischen Energiever-
bundes billiger bezogen werden kann. Wir erfreuen
uns heute alle über den Widerstand der gesamten
Bevölkerung, die unter Führung des Bürgermeisters
Josef Färbinger durch ihr geschlossenes Auftreten
die Zerstörung der harmonisch gewachsenen Natur-
und Kulturlandschaft unseres Talbeckens im Bereich
Scheffsnoth und Au , sowie im Flusslauf von Saalach
und Loferbach, verhindert haben.

Demonstration der Not- und Schutzgemeinschaft
Lofer-St. Martin gegen den Bau des Kraftwerkes

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites