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Nicht nur Zerstörung und Hochwasserschutz sind im
allgemeinen Lebensbilder des Gebirgsflusses. Bis
zum Jahr 1913 (Abbau des Holzrechens Bad
Reichenhall und Bau der Kiblinger Sperre) diente
die Saalach Jahrhunderte in dem Gesamtraum des
umfassenden Triftsystems im Pinzgauer Saalachtal
als Transportweg. Sie war vielen Generationen auf
diese Weise Lebensgrundlage. Auch im Gemeinde-
gebiet von Lofer war sie mit ihren Nebenbächen als
Haupttriftgewässer darin eingebunden. In dem
Zusammenhang sei erwähnt, dass seit dem Mittel-
alter das Salzamt Reichenhall und später die
bayerischen Saalforste zu den größten Arbeitgeber
im Saalachtal zählten.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Saalach als Trift-
gewässer wird durch den seinerzeitigen Holzver-
brauch bei der Saline in Reichenhall deutlich. Im
Jahr 1479 benötigte man rund 61.148 Klafter Holz.
Um die Wende des 16. Jahrhunderts betrug die
Anforderung an Holz an die Sudwälder im Pinz-
gauer Saalachtal jährlich 209.100 Festmeter.
Damals wurden in der Hochblüte der Salzerzeu-
gung in Reichenhall jährlich ca. 300.000 Zentner
Salz erzeugt, wozu für 1.000 Zentner rund 630
Ster Holz benötigt wurden (Reichenhaller Salzbi-
bliothek Band III, 1995 Stadtheimatpfleger Fritz
Hofmann).

Die Umstellung der Saline Bad Reichenhall von
Holz auf Kohle erfolgte ab 1886. Erhalten
gebliebene Anlagen (Klausen) sind Zeitzeugen
dieser längst vergangenen Arbeitswelt. So
manches Marterl am Weg erinnert aber auch an
die nicht nur schwere und harte, vor allem auch
gefahrvolle Tätigkeit für die Beschäftigten.
Der Triftsteig am Flussufer der Saalach in Lofer
dient heute als Teil des umfangreichen Wander-
wegeangebotes. Die Saalach dient seit Jahren
dem Tourismus als „Sportarena“. Seit den 60-iger
Jahren ist sie von den Kanuten als ideales
Gewässer zur Ausübung ihres Wassersportes
entdeckt worden.

Der außerordentlich anspruchsvolle Flusslauf wurde
alsbald auch bei den internationalen Spitzen-
sportlern bekannt. Die Trainings- und Wett-
kämpfe erfreuen sich größtem Zuspruch. Seit
Jahren werden hier nationale und internationale
Meisterschaften mit Weltcupfinale, im Jahr 2004
u.a. die Juniorenweltmeisterschaft, ausgetragen.

Der Kanusport ist heutzutage ein bedeutendes
Angebot für den Tourismus in der Region.

Die Loferer Alm, eine Hochfläche von 1300-1700 m, ist die größte Genossenschaftsalm des Pinzgaues mit
einer Gesamtfläche von 422 ha, wovon 82 ha Wald und 22 ha Ödland sind. Somit steht eine Futterfläche von
318 ha und zusätzlich 41 ha Servedutsweide bei den angrenzenden bayerischen Saalforsten zur Verfügung.
Im Jahr 2005 wurden 230 Kühe, 106 Kalbinnen und 109 Kälber sowie 3 Ziegen aufgetrieben. Von den 36 noch
bestehenden Almhütten werden 18 bewirtschaftet.

Pinzgauer Rinder auf der Auer-Wiese, im
Hintergrund die Loferer Steinberge

Schoberweißbachklause
Altes Holztriftwerk der Bayerischen Saalforste.
Erbaut um 1830 unter König Ludwig I. von Bayern.
Das Triftwerk war bis in die letzten Jahre vor dem
I. Weltkrieg in Betrieb um Holz auf dem Wasser-
wege zur Saline Bad Reichenhall zu transportieren.

Die südlich des Saalachsees in Bad Reichenhall weit-
gehend naturnahe Saalach zeigt sich im Flussbett-
Abschnitt Lofer als unverfälscht erhalten gebliebenes
Fenster in das Urtal.

Vor rund 10.000 Jahren hat hier der Gletscher den
ausgebildeten Talraum freigegeben. Ein Bergsturz vor
der letzten Eiszeit (vor ca. 20.000-30.000 Jahren - lt.
Prof. Dr. Eberhard Clar, Uni Wien) vom Grubhörndl half
mit, das in seiner Einmaligkeit vorhandene Naturdenk- mal weiter auszugestalten. Der von den Eismassen
ausgeschürfte, gehobelte und mit abgelagertem
Gesteinsschutt (Seitenmoränen) begleitete Talraum
des Loferer Beckens wurde schließlich mit Gletscher-
wasser gefüllt. Nachdem das Schmelzwasser durch die
Talenge am Kniepass seinen Abfluss fand, hat sich
die Abflussrinne als Saalachfluss herausgebildet.

Zahlreiche weitere, größere und kleinere Nacheiszeit-
seen bis hin zum Zeller See, zeigen heute größtenteils
als Moore ihren mehrtausendjährigen Werdegang.
Das Gumpinger Moor ist hierfür ein typisches Beispiel
eines verlandeten Eissees. (Entstehung von Moor-
flächen siehe Info-Anlage Ainring/Hammerau, an der
Hammerauer Brücke über die Saalach mit Hinweis auf
das Ainringer Moos mit Lehrpfad und Ausstellung)

Familienwanderung auf dem Saalach-Triftsteig
von Lofer nach Au

Rafting-Tour in der wildromantischen Saalach
in Lofer
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites