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Nachdem die Gletscherströme das Land vor dem
Gebirge freigegeben haben, folgten Menschen auf
der Suche nach Nahrung. In den wildreichen Au-
wäldern und fischreichen Gewässern haben sie
auch hier ihre Lebensgrundlage gefunden. Im Jahr
1884 wurden auf dem Auhögl, unmittelbar über
dem Ufer der Saalach Funde aus der Jungsteinzeit
(4000 v. Chr.) entdeckt, welche einen festen
Siedlungsplatz bestimmten (siehe Info-Tafel vor
Ort; etwa 300 m von hier flussaufwärts nahe dem
Dreistufenwehr der „Annahütte“ in Hammerau).

Mit der seinerzeitigen Wärmeperiode (15.000-
10.000 v. Chr.) einhergehend hat sich das Leben
der Sammler und Jäger grundlegend geändert.
Ihre urzeitliche Lebensweise überdauerte Jahr-
tausende. Es kam zu einem Kulturwandel. Die
nomadisierenden Stämme wurden nach und nach
sesshaft. Getreideanbau und die Tierhaltung
bildeten mit Hilfe weiterer Rodungsflächen die
neue Ausgangsgrundlage zum Überleben. Sie
bauten „Häuser“ und der einsetzenden Vorrats-
wirtschaft folgten handwerkliche Arbeiten, wie z.B.
die Herstellung von Keramik & Tongefäßen, Äxte
aus Stein für die Landwirtschaft, Werkzeuge zur
Bearbeitung von Holz, Pfeilspitzen aus Feuerstein
zur Verteidigung ihres Lebensraumes Gegen-
stände aus Kupfer und Eisen (siehe Info-Anlage
über den Erzbergbau um 1.000 v. Chr. in Vieh-
hofen im Glemmtal, Leogang bei Saalfelden im
Pinzgau, Land Salzburg).

Die Wehrbauern wurden nicht nur zum Schutz des
Nonnbergklosters eingesetzt, sondern vor allem
auch zur Verteidigung dieses lebensnotwendigen
Fernverkehrs. Das Reichenhaller Salz war eines
der Produkte, neben Waren aus dem Süden mit
Lieferung zur Donau hin, die gegen räuberische
Überfälle zu verteidigen waren.

Außer der Römerstraße, führte hier eine Furt, eine
Überfuhr und in Bichlbruck eine Brücke über die
Saalach nach Salzburg. Die Bajuwaren kamen um
500 v. Chr. in das zum Teil von verschiedenen
Volksgruppen (u.a. Germanen) verwüstete Land
vor den Bergen und ließen sich hier nieder.

Sie vermischten sich friedlich mit den Kelten und
zurück gebliebenen Romanen. Um 450 n. Chr.
verließen die Römer das Land. Die Bajuwaren
übernahmen die Führung. Der erstmals schriftlich
benannte Ortsname Ainring im Jahr 788 n. Chr.
dürfte im Güterverzeichnis „Notica Arnonis“ von
einem bajuwarischen „Herrenhof mit Wutschafts-
und Wohngebäude“ innerhalb einer Umfriedung“
hergeleitet sein, dessen Erbauer als ein herzog-
licher Gefolgsmann „Ainheringa“ genannt wurde.

Kloster Nonnberg (Salzburg)

„Ein Paradies von Heimat
hat der Himmel mir gegeben,
So schön, daß ich nur Eines bat:
Laß ewig mich da leben!“

Franz Wiesbacher, HB Ainring

Goldblattkreuz aus einem Bajuwarengrab in
Feldkirchen (Gemeine Ainring). Goldblattkreuze
wurden auf die Gewänder von Toten genäht, um
diese in der Übergangszeit der Christianisierung
als Christen zu kennzeichnen (7./8. Jh.). Das
Kreuz befindet sich im Heimatmuseum Bad
Reichenhall.

Gedenktafel des Heimatdichters
Franz Wiesbacher (1849-1912)

Germanisches Gehöft (HB Ainring)

Ohne auf die Zeit der Völkerwanderung näher ein-
zugehen, belegen verschiedene Funde vor Ort und
der näheren Umgebung von Ainring die nachfol-
genden Kulturzeiten der Kelten (480 v. Chr. und
Römer 15 v. Chr.). Aus dem ältesten Güterver-
zeichnis Salzburgs von 788 n. Chr. erfahren wir
von einer herzoglichen Schenkung des Bayern
Herzogs Theodobert, aus dem Geschlecht der
Agilolfinger, an das Kloster Nonnberg (Frauen-
konvent der Benediktinerinnen in Salzburg) von
einer „Villa Ainheringa mit dreißig Huben, auf
denen Wehrbauern saßen.

Im 11. Jahrhundert tritt der Erzbischof von Salzburg
in Ainring als Grundherr auf. Dabei ist die Rede
von Ainring als „locker bebauter Siedlungsraum
bewaffneter und kampferfahrener Bauern“ im
Außenbereich der Stadt. Es war ein Verteidigungs-
stützpunkt auf dem Territorium der Stadt Salzburg,
die bereits als bedeutende Handelsmetropole galt.
Ainring/Hammerau lag im Kreuzungsbereich der
damals bedeutendsten Handelsstraßen in Nord/Süd
und Ost/West Richtung.

Peracher „Feierabend“-Ziegelstein mit Grafierung
des Klosters St. Zeno

Peracher Ziegeleien als Nebenerwerb:
In Perach standen im 19. Jh. zehn Ziegelstadel.
Jeder Bauer hatte seinen eigenen Stadel in dem
der „Gelbe Letten“ (Material) von den Surwiesen
zur „händischen“ Ziegelherstellung für Mauer- und
Pflastersteine sowie Dachziegel untergebracht war.

Steinaxt von Auhögl

Brechebad in Mürack b. Ulrichshögl. In so einem
landwirtschaftlichen Nebengebäude –aus Feuer-
sicherheitsgründen abseits der Hofstelle errichtet–
wurde Flachs (Faserpflanze), der hier angebaut
und geernet wurde, getrocknet und bis zum
fertigen Leinen bearbeitet. Brechebäder wurden
auch als Schwitzbäder (Saunen) genutzt.

Auhögl, ca. 400 m südl. des 3-Stufenwehrs an der Saalach über dem
Flussufer – ältester Siedlungsplatz im Saalachtal (Jungsteinzeit um
4.500 v. Chr.). Siehe dortige Infotafel.

Römerischer Grabstein im
Rathaus Ainring/Mitterfelden
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites