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Eines der signifikanten Wahrzeichen unserer Kultur-
landschaft vor Ort ist das Högler Sandsteinportal in
vielen Bauernhäusern. Die teilweise bis in die Zeit
des römischen Kaiserreiches zurückreichenden
Ansiedlungen in der Gemeinde sind heute noch
bäuerlich strukturiert. Die Bewohner waren meist
Lehensbauern. Sie dienten grundherrschaftlichen
Klöstern, Adeligen und dem Salzburger Domkapitel,
um nur einige bekannte zu nennen. Die Höfe waren
oft bis zum Hungertuch mit Zinsleistungen, Realab-
gaben sowie Hand- und Spanndienste udgl. belastet.

Als im Jahr 1537 das Achtaler Eisenhüttenwerk ge-
gründet wurde, fiel bei der Verhüttung des Eisen-
erzes ein Abfallprodukt an, das sich als Baumaterial
gut verwenden ließ. Tüchtige Baumeister fanden
darin auch die Gelegenheit, mit der schwarz-grauen
Schlacke den Hausfassaden zugleich ein ansehn-
liches Aussehen zu geben. Man kann heute noch
so manch bildhaft gestaltetes Bauernhaus bewun-
dern. Es war um die Zeit des 17. Jahrhunderts, als
man sich noch Zeit nahm, Details liebevoll auszu-
arbeiten. Die oft hundertjährigen Holzblockbauten
waren verbraucht, das Ziegelmaterial zu teuer.

Die achtaler Schlacke war atmungsaktiv und konnte
sozusagen vor der Haustür selbst besorgt werden.
So manches Relikt bezeugt heute noch die kunst-
voll gestaltete handwerkliche Arbeit einheimischer
Fachleute wie Mauerer, Zimmerer, Schmied und
Steinmetz.

Schlichtes Högler
Sandsteinportal (1835)

Högler Sandsteinportal
mit Blumenranken

Das „Schlackensteinhaus“
bekam weitere Ausschmückung durch Zierbögen
aus Ziegel oder eben den Haustürstock aus
Högler Sandstein. Jedes dieser Portale wurde von
Steinmetzmeistern als Unikat geschaffen. Sie sind
heute noch beidseits der Saalach zu bewundern.

Gehen wir durch die Dörfer östlich der Saalach und
Salzach, so werden wir alsbald erkennen, dass es
hier einmal eine Zusammengehörigkeit gegeben
hat. Das „Högler Sandsteinportal“ im Rupertiwinkel,
Flachgau und in Salzburg hat die Zeit der Trennung
durch die flussmittige Staatsgrenze zwischen
Österreich und Bayern überdauert. Wer von diesen
Hauseigentümern würde nicht stolz darauf sein,
täglich so ein Kunstwerk als Portal durchschreiten
zu können.

Doppler Steinbruch – Nähe Ainringer Kirche/
Schützenhaus

Die Saalach ist ein Gebirgsfluss mit reicher und
vielfältiger Geschichte. Die an ihren Ufern gewach-
senen Orte sind von der typischen Flusslandschaft
geprägt und eingebunden in ein großes, gesamt-
europäisches Flusssystem von besonderer Bedeu-
tung. Seit dem frühen Mittelalter wird die Saalach
von Fernhandelswegen begleitet. Die gemeinsame
geschichtliche Wurzel mit dem Land Salzburg und
damit auch mit dem Pinzgau im Saalachtal begeg-
net uns auf Schritt und Tritt.

Die Hauslandschaft ist wohl das bedeutendste Indiz
hierfür. Zwei dieser großen Wahrzeichen nehmen
wir von unserem Naturerlebniswanderweg aus wahr.
Es sind dies die mächtigen Glockentürme der Pfarr-
kirchen von Feldkirchen und Wals beidseits des
Flusses. Sie sind Bauwerke einer über tausend-
jährigen, lebendigen Kulturlandschaft. Viele iden-
tische Namen auf den Grabmälern verweisen heute
noch auf die ehemalige Zusammengehörigkeit bis
zum Jahr 1816.

Aber auch das Ensemble der Pfarrkirche in Ainring,
die Filialkirche auf dem Ulrichshögl, die Pfarrkirche
in Thundorf, die Dorfkirchen in Straß, Bicheln und
Perach sowie zahlreiche Kapellen, Kreuze und Bild-
stöcke in der Flur sind Ausdruck dieser geistig-
kulturellen Zeit. Sie schmücken die Gemeinde
Ainring mit ihren Einödhöfen, Weilern und geschicht-
lich be deutsamen Haufendörfern zu einem
lebendigen und bunten Landschaftsbild unserer
christ lich-abendländischen Kultur.

Ulrichshögl: Der Name „Hegel“ (Bezeichnung für
eine besondere Gebäudeform) wird bereits zur Zeit
des Baiern-Herzogs Odilo (737-748) erwähnt. Der
frühere Name für den Ort auf dem Berg „Weinzierl“
verweist auf den Weinbau an den Südhängen des
Ulrichshögl. Der heutige „Högler bauer“ ist der Hof-
nachfahre der einst „Edlen von Högl“. In diesem
Hofnamen leben die „Högler“ fort. Es war der
einstige Wirtsgasthof, der 1170 dem Domkapital in
Salzburg über tragen wurde. Ausser der Burg des
Grafen „Heinrich von Hegel“ waren Wald und 14
Weingärten als Zugehör eingetragen. Schon Kaiser
Karl der Große hat den Weinbau gefördert. Im Jahr
795 erließ er Instruktionen bezüglich Anbau und
Pflege zum Weinrecht. Zu der Schenkung „Ainher-
inga“ an das Nonnbergkloster (Frauenkonvent)
gehörten zum Ort Bicheln das auwaldreiche Gelände
einschließlich dem Ort „Au“ bis an die Saalach,mit
der Bichlbrücke (Bichlbruck) samt allen Einrich-
tungen (Maut- und Zollstation) als Grundstock für
das Amt in Bicheln.
 

Wallfahrtskirche Feldkirchen. In den Jahren 1517-
1520 wurde die heutige Marienkirche von Feld- kirchen erbaut. Die Vorläuferkirche entstand um
1400, von der man seinerzeit den Turm stehen ließ.
Nach Erhöhung des dann zu niedrig geratenen
Turmes musste dieser aus Sicherheitsgründen
1662 verstärkt werden (siehe Info-Tafel vor Ort).

Stattlicher „Salzburger Flachgauhof“
(Amangut der Familie Hagenauer in Straß). Das
Bauernhaus ist mit einem Mischmauerwerk aus
Högler Sandstein, Achtaler Schlacke und mit Zier-
bögen aus Ziegel über den Fenstern errichtet. Das
kunstvoll gestaltete Portal verweist auf die Hoch-
blütezeit des Steinmetzhandwerks im Ruperti-
winkel und im Flachgau. Das Amangut in Straß ist
seit 1725 im Besitz der Hagenauers.

Pfarrdorf Thundorf – der Name leitet sich von dem
einstigen Grundherren „Thuno“ ab. Fundort von
Reihengräbern des 6.-8. Jh. Ein typisches Haufen-
dorf mit hohem Alter. Eine St. Martin-Kirche wird
bereits im 8 Jh. erwähnt.

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites