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Der letzte regierende Fürsterzbischof von Salzburg
unterzeichnete infolge der Säkularisation (11.
Februar 1803) in Wien seine Abdankung. Der
geistliche Staat Salzburg hörte damit auf zu exis-
tieren. Im Jahr 1816 kam nach dem Münchner
Vertrag Salzburg endgültig zu Österreich mit der
Ausnahme, dass sämtliche Gemeinden östlich der
Saalach und Salzach im Königreich Bayern verblei-
ben. Die Staatsgrenze zum Kaiserreich Österreich
wurde flussmittig von Saalach und Salzach festge-
schrieben.

In den Jahren 1804/1805 kam es zur Auflösung
der Pfleggerichte und Umbenennung derselben in
Landgerichte. Da es zu der Zeit keine politischen
Gemeinden mit Grenzen, wie wir sie heute kennen,
gab, wurden die Landgerichte in Steuerdistrikte
eingeteilt. Das Steuer- und Abgabenrecht wurde
neu geregelt. Alle bisherigen landesherrlichen
Landsteuern wurden aufgehoben, die grundherr-
lichen Abgaben durch die Grundentlastung
geändert. Schließlich brachte das Jahr 1848
(Revolutionsjahr) den „untertännigen“ Bauern
ihre Freiheit. Sie wurden aus der Grundherrschaft
entlassen.

Nach dem Gemeindeerlass im Landgerichtsbezirk
Laufen, zu dem Teisendorf gekommen war, haben
sich die Vertreter der Bevölkerung hinsichtlich
künftiger Gemeindebildung für die bisherige
Distrikteinteilung ausgesprochen. Ainring hat es
seinerzeit abgelehnt, zum Landgericht Reichenhall
zugeordnet zu werden. Eine nachfolgende Pfarrge-
meindeteilung wurde befürchtet. Außerdem wollte
man den Weg über den Hallthurm zum künftigen
Steueramt in Berchtesgaden vermeiden.

Gemeindewappen
Geteilt von Gold und Schwarz; oben nebeneinander
schräg gekreuzt ein schwarzer Hammer und ein
schwarzer Schlägel sowie ein rot gezüngter
schwarzer Löwenkopf; unten ein goldener Ring mit
silbernem Stein. Zur Gemeinde Ainring, die von
alters bis zum Anbruch des 19. Jahrhunderts
Bestandteil des Erzstifts Salzburg war, gehört auch
das seit dem 15. Jahrhundert nachgewiesene
Eisenwerk Annahütte in Achthal- Hammerau. Zur
Darstellung dienen im Gemeindewappen die
gekreuzten Geräte für das Industriewerk, der
Löwenkopf als Bestandteil des Salzburger Wappens
und die aus dem Erzstiftswappen stammenden
Hauptfarben Schwarz und Gold. In der kirchlichen
Entwicklung der Gemeinde ist der Pfarrer Friederich
von Rüsenbach bemerkenswert, der den Pfarrhof
errichtete. Sein Wappen – durch einen Inschriftstein
von 1532 überliefert – zeigt einen steinbesetzten
Fingerring. Er wurde zur Symbolisierung der
Kirchengeschichte Ainrings in den salzburgischen
Farben ins Gemeindewappen übernommen. Im
Wappen der fränkischen Familie Rüsenbach ist der
Ring golden in rotem Schild.

 

Die Steuerdistrikte wurden im Jahr 1919 zu Bezirke
zusammengefasst. Mit Umbenennung der Pflegge-
richte in Landgerichte gab es die Landgerichte
Laufen und Reichenhall. Die Zugehörigkeit des
Distrikts zum Landgericht begründete auch die
spätere Zugehörigkeit zum Landkreis. Nachdem
sich seinerzeit die Vertreter der Ainringer Bevölke-
rung für das Landgericht Laufen entschieden
hatten, gehörten sie dann zum Landkreis Laufen.

Der Steuerdistrikt Ainring war im Jahre 1811 mit 36
Gemeindeteilen (114 Familien) verzeichnet. Daraus
wurde die Gemeinde Ainring gebildet. Aus dem
Steuerdistrikt Straß wurde unter Einbeziehung der
zum Steuerdistrikt Ainring gehörigen Gemeindeteile
Doppeln, Gessenhart und Rain, die Gemeinde Straß
gebildet.

Straß wurde 1970 in die Gemeinde Ainring einge-
gliedert. Seither umfasst die Gemeinde 3.295 ha.
Im Jahr 1927 kam eine erweiterte Selbstverwaltung
der Gemeinde, die jedoch während der Zeit des
Nationalsozialismus (1933-1945) dementsprechend
eingeschränkt war. Das Jahr 1952 brachte die uns
heute geläufige Selbstverwaltung der Gemeinde,
deren Vertretungsorgane von der Bevölkerung
direkt gewählt werden (Gemeinderäte).

1939 zählte die Gemeinde Ainring 3.850 Einwohner.
Bis zum Jahr 2003 stieg diese Zahl auf 10.126. Mit
dem Bau des Flugplatzes änderte sich ab 1933 die
Bevölkerungszahl und vor allem auch die Struktur
der Gemeinde wesentlich. Das sollte sich nach dem
Krieg 1945 deutlich auswirken.

Die Flugplatzgebäude dienten damals hauptsächlich
der Unterbringung von Kriegs- und Heimatver-
triebenen aus den ehemals deutschen Ostgebieten.
Während im westlichen Teil der Gemeinde Ainring
die Ortsteile ihre angestammte bäuerlich lebendige
Struktur durchwegs beibehalten konnten. Auf dem
Flugplatzgelände ist ein neuer Ortsteil, unter dem
Namen „Ainringer Flughafen“ entstanden. Im Jahr
1951 wurde dem Ortsteil der jetzige Name „Mitter-
felden“ erteilt.

Während das im Jahr 1537 gegründete Eisenwerk
„Annahütte“ in Hammerau, holzverarbeitende
Betriebe, Ziegeleien und die Landwirtschaft, der
Bevölkerung als Lebensgrundlage dienten, gelang
es der Gemeinde Ainring ab 1970 erste Bauge-
biete für produzierendes Gewerbe in Mitterfelden
auszuweisen. Seit Erteilung des Prädikats „Luftkur-
ort“ hat sich der Tourismus zu einem bedeutenden
Wirtschaftsfaktor der Gemeinde entwickelt.

Nach und nach konnte ein Schulzentrum (in Mitter-
felden), und zwei Kindergärten errichtet werden.
Das Rathaus wurde von Ainring Ort in den nun
einwohnerstärksten Ortsteil Mitterfelden verlegt.
Neben der Verwaltung befindet sich im Rathaus
auch eine großzügige Bücherei. Archäologische
Fundstücke der Gemeinde, aus der Keltenzeit bis
zu den Römern sind dort ausgestellt.

Die Kirchen beider Konfessionen haben sich eben-
falls in Mitterfelden angesiedelt. Sie halten mit
ihren neuen Kirchen, moderne „Bildungs- und
Begegnungsräume“ für die Bevölkerung als
kulturelle Einrichtungen vor. Das neue beheizte
Erlebnisbad mit Spieleinrichtungen für Kinder und
den großzügigen Liegegrünflächen für Badegäste
bringt einen sommerlichen Höhepunkt.

Die Gemeinde Ainring grenzt im Osten an die
Gemeinde Wals-Siezenheim, Land Salzburg.
Diese Staats- und Landesgrenze bedeutet jedoch
im gemeinsamen EuRegio-Raum kein Hindernis,
weder wirtschaftlich noch auf kulturellem Gebiet.
Die Nachbargemeinden Ainring und Wals-Siezen-
heim arbeiten eng zusammen.

So werden z.B. seit Juli 2005 sämtliche Abwässer
der Gemeinde Ainring über die Gemeinde Wals-
Siezenheim zum Reinhalteverband Salzburg
geleitet und dort gereinigt. Der Steg für Fußgänger
und Radfahrer nebenan ist ein weiteres Beispiel
gelungener Zusammenarbeit über Landesgrenzen
hinweg. Alljährliches Markttreiben führt auch die
Menschen zusammen (Nepomukmarkt und Ernte-
dankfest beidseits der Hammerauer Brücke).

Nepomukmarkt 2003
(3. Sonntag im Mai)

Straß mit Filialkirche
der Pfarrei Thundorf
(1749)

Kath. Kirche mit Pfarr-
zentrum Mitterfelden

Ainringer Moos

1. Erntedankfest der
Gemeinden Ainring u.
Wals-Siezenheim 2004

Hammerauer Brücke

Erlebnisbad Ainring

Rathaus Ainring
(Mitterfelden)

Feldbahn Ainringer
Moos

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites