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Unteres Saalachtal im Mündungsbereich

Ohne auf die voreiszeitliche Entstehung des Alpen-
vorlandes näher einzugehen wird ab der letzten
Eiszeit die landschaftliche Entwicklung und Ausge-
staltung des Saalachtales vor Ort vereinfacht auf-
gezeigt. Die hier zusammengeflossenen, land-
schaftprägenden Eisströme aus den heutigen
Tälern von Salzach und Saalach hinterließen auf
der Westseite eine typische Jungmoränenland-
schaft mit Eisrandterrassen. Diese flankieren ab
Piding (455 m) die Hochwasser führenden ehe-
maligen Auwaldgebiete beiderseits der Saalach
und ab Hammerau, Käferheim über Feldkirchen
(435 m), Kleßheim-Rott (420 m) bis zur Mündung
bei Salzburghofen (404 m).

Die schon voreiszeitlich vorhandenen Hügel in
diesem Gebiet widerstanden den Eisströmen
und stellen sich heute in Form von markanten
Gelände- und Aussichtspunkten als Auhögl
(470 m), Saalleiten mit Walserberg und Walser
Kirchenhügel (446 m) dar.

Aus dem Stammbecken des Salzach-Saalach-
gletschers mit einer Eismächtigkeit von ca. 800 m
bis Laufen, salzachabwärts immer noch ca. 450 m,
fächerte sich die Eismasse fingerartig in einzelne
Teilbecken auf. Dabei schob sie jede Menge Schutt
unter, neben und auf sich her und modellierte das
vorhandene Gelände. Beim Rückzug der Gletscher
blieben tief ausgeräumte, breite Täler zurück, die
von kleinen Seen und mäandrierenden Fluss-
läufen mit vielen Altwässern ausgefüllt wurden.

Da die Saalach sehr viel Geschiebematerial mit
sich führt, sind die kleinen Seen sehr schnell
wieder verlandet und das gesamte Tal füllte
sich mit Schutt bis zum annähernden heutigen
Aussehen.

Maishofen (Blick nach Süden) – eiszeitlicher
Flussverlauf der Saalach zum Zeller See
(Hintergrund Hohe Tauern mit Gletscher)

Ein weiteres Becken der Ur-Saalach ist das Teisen-
dorfer Gebiet. In der letzten Zwischeneiszeit floss
die Saalach ab Piding über Anger nach Teisendorf
ab, von dort weiter durch das heutige Surtal und
im Anschluss über das Waginger-Tachertinger
Becken in die Salzach (siehe EuRegio Radwander-
karten-Ausschilderung „Altes Salzachtal“). Erst die
letzte Eiszeit vermochte es, die heutige Engstelle
zwischen Auhögl und dem Walserberg so auszu-
tiefen, dass die Saalach dort den Durchbruch
schaffte und den wesentlich kürzeren Abflussweg
zur Salzach fand.

Der bestehende alte Högl wurde in diesem
Zusammenhang komplett vom Eis überflossen
und stark erodiert. Die Hinterlassenschaften
dieser Zeit sind die wellflächigen, abbauwürdigen
Kiesgruben beiderseits der Saalach und die vielen
Moore, die sich östlich des Salzburger Flughafens
und nördlich des Högl bis weit ins Vorland auf den
Eisrandterrassen aufgrund unzureichender Abfluss-
bedingungen gebildet haben.

Diese Vorgänge hinterließen auch im Surtal ihre
kostbaren Spuren. Die zwischen dem Högl im
Norden und den Südhängen der langestreckten
Moränenhügel (Drumlins) abfließenden Surquellen
konnten die hinterlassenen Schotterbänke der
Eisrandterrassen über dem westlichen Saalachufer
nicht mehr überwinden. Sie folgten der Laufener
Eisrandlage an Freilassing vorbei nach Surheim,
wo sie in die Salzach münden.

Die vom Rand her versumpften und teilweise mit
spärlichem Aufwuchs (Moose, Beeren sträucher,
Spirken) luckig bedeckten feuchten Mooswiesen
und Moore ohne ausreich enden Abfluss sind auf
diese Weise entstanden. Im Zusammenhang darf
auf das örtliche „Ainringer Moos“ aufmerksam
gemacht werden.
 

Maishofen – im Hintergrund das Glemmtal mit
dem Talschluss-Quellgebiet (Gde. Saalach-Hinter-
glemm)

Oberes Saalachtal im Pinzgau

Über die Zeller Furche-Maishofen bewegte sich der
Gletscher während der letzten Eiszeit in Richtung
Saalfelden nach Norden in das Alpenvorland. Er formte
das heutige Saalachtal mit seinen Seitentälern. Auf
seinem Rückzug blieben mächtige Moränenschotter-
flächen auf der Strecke. Wannenartige Ausschürfungen
wurden von den Eisrändern abfließendem Schmelzwasser
gefüllt die größtenteils abflusslos verblieben. Besonders
im oberen Saalachtal im Pinzgau (Zeller See, Maishofen,
Saalfelden) und im unteren Saalachtal im Loferer Becken
prägten zahlreiche Moore und sumpfige Wiesen das Tal.

Größtenteils zu Brennstoff abgebaute bewaldete Torf-
flächen und kultivierte fruchtbare Wiesen und Feldfluren
kennzeichnen das abwechslungsreiche und vielfältige
heutige Saalachtal dieser Gegend.

Mit dem Abschmelzen der beiden Gletscher wiederholte
sich eine Eisseebildung nach vorausgegangenen
Abläufen (Riß-Würmeiszeiten). Auf dem Grund des
ausgedehnten Eissees um den Högl und im Salzach-
Saalachtal bis vor Burghausen lagerten sich verfrach-
tete Moränenmassen mit Seetone durchmischt ab.

Aus diesem nacheiszeitlichen Gemisch, das der
Verwitterung ausgesetzt war, kam es zu den frucht-
baren Kulturböden. (siehe Info-Anlage der Gemeinde
Wals-Siezenheim am gegenüber liegenden Ufer in
Grünau). Der Schmelzwassersee im Stammbecken der
Salzach hat sich durch die Aufstauerdmasse durchge-
graben. Der Abfluss hat den Seespiegel bis nahe dem
Seegrund abgesenkt.

Aus dem Gerinne entstand die heutige Salzach. Den
aufgezeigten Ablagerungshöhen zwischen Piding und
Bichlbruck von rund 440 m stand nun die „Urtalhöhe“
in Anger/Höglwört von rund 560 m gegenüber. Danach
hat die Saalach ihre Flussrichtung von West nach Ost
bis Nord geändert. Sie mündet seit der Zeit durch die
tiefer gelegene Engstelle zwischen Saalleiten und
Bichlbruck, nach 103 km wieder in die Salzach (404 m).

Blick auf Piding, im Hintergrund Salzburg

Die unverkennbar markanten Moränenhügel bis
zu 800 m verweisen u.a. noch deutlich auf diese
nachzeitlichen Abläufe der Natur. Der heutige
Zeller See reichte damals als Schmelzwassersee
im Norden bis vor Saalfelden (Kühbichl). Mit dem
Zeller See floss noch während der Nacheiszeit die
Saalach nach Süden zur Salzach hin.

Aus dem hochalpinen Kitzbüheler Raum (heutiges
Quellgebiet der Saalach) nahm der nacheiszeitliche
„Salpach“- Saalach von den dort entstandenen
Schuttfeldern in gewaltigen Strömen durch das
Glemmtal unvorstellbare Schottermassen mit sich,
die jeweils kurz nach Austritt in das heutige Gebiet
zwischen Zeller See und Maishofen (768 m) abge-
lagert worden sind.

Fundamentgrabungen zwischen Atzing und
Unterreit bestätigten den Glemmtaler Schotter in
diesem Bereich und damit die einstige Fließ-
richtung der Saalach nach Süden. Mit fortdauernder
Schutt- und Gesteinsverfrachtung unmittelbar in
das weite Tal des ehemaligen Eissees entstanden
die heute sichtbaren Moränenhöhen, die für das
Fließgerinne „Salpach“ zur Sperre nach Süden
anwuchsen.

Das Wasser aus dem Glemmtal fand daraufhin in
natürlicher Folge seine tiefsten Stelle in entgegen-
gesetzter Richtung im Raum Saalfelden. Mit den
zumündenden Bächen, die Urslau von Maria Alm
her und Leoganger Ache, fließt die Saalach seit
der Zeit nach Norden in das Voralpenland, um
wieder in die Salzach zu münden. Das seit dieser
Zeit in sich geschlossene, klimatisch begünstigte
Saalachtal mit seinen mediterranen Südwinden war
damit geschaffen.

Maishofen (Blick nach Norden) – heutiger
regulierter Saalachverlauf links bewaldete
Moränenhügel, im Hintergrund Steinerne Meer
mit Schönfeldspitze
 

Mehr Informationen zur EUREGIO

Ein grenzüberschreitendes Projekt
aller Gemeinden an der Saalach
im Rahmen der EuRegio Salzburg -
Berchtesgadener Land - Traunstein
mit Unterstützung des Regional-
managements Pinzgau

Mehr Informationen zur REGPI

Gefördert von der
Europäischen Union
mit Mitteln aus dem
Europäischen Fond für
regionale Entwicklung
EFRE (INTERREG)

Bilder und Text: Franz Schned, Bischofs-
wiesen und L. Hohenwartner, Unken
Gestaltung: Claudia Birndorfer, Pocking
Druck: Fa. Seeleitner, Oberndorf
Umsetzung Web:
Chiemgau-Websites